Polizei schreitet ein: Transfrau aus Frauen-FKK-Bereich entfernt
Im Marzilibad in Bern haben Polizisten am Sonntagnachmittag eine Transfrau aus dem Frauen-FKK-Bereich abgeführt. Zuvor hatten sich mehrere Frauen über die Anwesenheit der Transfrau beschwert. Das Badpersonal forderte die Transfrau daraufhin auf, den Bereich zu verlassen. Als sie sich weigerte, wurde die Polizei gerufen, wie die Polizei Bern mitteilte.
Proteste und Gerangel am Beckenrand
Bei der polizeilichen Maßnahme kam es zu einem Gerangel, bei dem eine Polizistin verletzt wurde. Mehrere Personen protestierten vor Ort gegen das Vorgehen. Die Transfrau wurde vorläufig festgenommen und zur Wache gebracht, später jedoch wieder entlassen. Nach ihrer Freilassung gab es eine spontane, friedliche Solidaritätskundgebung. Die Polizei ermittelt zu dem Vorfall, machte aber zunächst keine weiteren Angaben zu den Gründen der vorläufigen Festnahme.
Stadt Bern entschuldigt sich und stellt Regeln klar
Die Stadt Bern kritisierte das Vorgehen des Bads deutlich. „Das Bad habe sich, als Gespräche kein Ergebnis brachten, fälschlicherweise für eine polizeiliche Wegweisung der Transfrau entschieden“, teilte die Direktion für Bildung, Soziales und Sport mit. „Die Direktion für Bildung, Soziales und Sport bedauert diesen Entscheid ausdrücklich. Sie entschuldigt sich bei der betroffenen Person.“ Gleichzeitig stellte die Stadt klar: „Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum freiwilligen FKK-Bereich Paradiesli.“
Hintergrund: Transmenschen und Zugangsregeln
Transmenschen oder Transgender sind Personen, die sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Der Vorfall wirft Fragen zum Umgang mit Transpersonen in öffentlichen Einrichtungen auf. Die Stadt Bern betont, dass die Selbstidentifikation als Frau ausreicht, um den Frauenbereich nutzen zu dürfen. Der Vorfall im Marzilibad zeigt, dass es in der Praxis noch Unklarheiten gibt.



