Thai Park Berlin: Nach Streetfood-Aus bleibt die Öde im Preußenpark
Thai Park Berlin: Öde nach Streetfood-Aus

Zwei Jahre nach dem Ende des legendären Streetfood-Spektakels im Berliner Preußenpark ist der Ort, der einst als „Thai Park“ weltweit bekannt war, in einem desolaten Zustand. Die Grünanlage wirkt strapaziert, die Sanierung kommt nur schleppend voran. Dabei hatte der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nach jahrelangen Konflikten um Lärm, Müll und wildes Parken eine strikte Trennung von Parknutzung und Gastronomie verfügt.

Vom Massen-Picknick zur Entlastungsphase

Seit 2022 ist der Verkauf von Streetfood im Preußenpark verboten. Die Händler, die zuvor an Wochenenden bis zu 10.000 Besucher mit thailändischen Spezialitäten versorgten, wurden auf einen offiziellen Straßenmarkt in der Nähe umgesiedelt. Der neue Standort hat sich inzwischen etabliert, doch der alte Stammplatz im Grünen bleibt zurück. „Wir haben die ‚Entlastungsphase‘ eingeleitet, um den Park zu regenerieren“, erklärt Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne). „Doch die Schäden durch jahrelange Übernutzung sind tiefer als gedacht.“

Sanierung stockt aus Geldmangel

Eigentlich sollte der Preußenpark nach dem Ende der Streetfood-Ära schnell wiederhergestellt werden. Doch die benötigten Mittel in Höhe von rund 500.000 Euro sind noch nicht vollständig bewilligt. „Die Rasenflächen sind zertrampelt, die Bewässerungssysteme defekt, und es fehlen Bänke und Mülleimer“, so ein Sprecher des Bezirksamts. Bislang wurden nur provisorische Reparaturen durchgeführt. Anwohner klagen über vermüllte Ecken und kahle Stellen. „Es ist traurig zu sehen, wie ein ehemaliges Schmuckstück verwahrlost“, sagt Anwohnerin Petra M.

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Neuer Markt läuft gut – alter Park leidet

Der umgesiedelte Thai-Markt auf dem Gelände des ehemaligen Busbahnhofs an der Brandenburgischen Straße hat sich als Straßenmarkt etabliert. „Die Händler sind zufrieden, die Besucherzahlen stabil“, berichtet Marktbetreiber Somchai T. „Aber der Preußenpark war unser Zuhause. Viele Kunden vermissen die Atmosphäre im Grünen.“ Der Bezirk plant nun, den Park schrittweise zu sanieren, sobald die Finanzierung gesichert ist. Ein genauer Zeitplan steht jedoch noch aus.

Zukunft des Preußenparks ungewiss

Während die einen den Park als Erholungsort zurückgewinnen wollen, fordern andere eine Wiederbelebung des Streetfood-Konzepts in kontrollierter Form. „Der Thai Park war ein kulturelles Highlight für Berlin“, sagt Tourismusexperte Dr. Klaus W. „Eine dauerhafte Verbannung wäre ein Verlust.“ Der Bezirk hält jedoch an der Trennung fest. „Wir prüfen, ob saisonale Events möglich sind, aber eine Rückkehr zum Wildwuchs wird es nicht geben“, so Schruoffeneger. Bis dahin bleibt der Preußenpark ein Mahnmal für die Folgen unkontrollierten Massentourismus.

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