Mexiko beendet 40-jährigen WM-Fluch: Rausch-Sieg gegen Ecuador
Mexiko beendet 40-jährigen Fluch: Sieg gegen Ecuador

Mexiko hat nach 40 Jahren erstmals wieder ein K.-o.-Spiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Javier Aguirre besiegte im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt Ecuador mit 2:0 (2:0) und zog souverän ins Achtelfinale ein. Dort trifft „El Tri“ auf England, das sich mit einem 2:1 gegen die Demokratische Republik Kongo durchsetzte und dabei auf einen doppelten Harry Kane bauen konnte.

Jubel in Mexiko-Stadt: Seismographen schlagen aus

Rund eine Million Menschen feierten auf der Prachtstraße Reforma den historischen Erfolg, der durch Treffer von Julián Quiñones (22. Minute) und Raúl Jiménez (31.) perfekt wurde. Medienberichten zufolge schlugen sogar Seismographen in der Hauptstadt beim Führungstor aus. „Wir hatten schon große Siege, aber keinen wie diesen“, sagte Aguirre und kündigte an, sich nach dem Abend ein Glas Whiskey zu gönnen.

Der vierte Sieg im vierten WM-Spiel – und erneut ohne Gegentor – untermauert Mexikos Ambitionen. „Um Weltmeister zu werden, muss man jeden Gegner schlagen, und darauf konzentrieren wir uns“, tönte Stürmer Santiago Giménez. Die britische Zeitung „Guardian“ warnte bereits: „Die Spieler von Javier Aguirre haben Ecuador mit einer atemberaubenden Leistung in der ersten Halbzeit auseinandergenommen, und nach dieser Vorstellung wehe dem, der als Nächstes auf sie trifft.“

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Achtelfinale gegen England: „Das wichtigste Spiel meiner Karriere“

Für Aguirre ist die Partie gegen England „das wichtigste Spiel meiner Karriere“. Die „Three Lions“ um Super-Torjäger Harry Kane, der mit einem Doppelpack zum 2:1 gegen den Kongo beitrug, und Trainer Thomas Tuchel sind der nächste Prüfstein. Auch dieses Spiel wird im Aztekenstadion ausgetragen, wo Mexiko noch nie ein WM-Spiel verloren hat. Frankreichs „L‘Équipe“ prophezeite: „Es wird wieder ein Wahnsinnsspiel werden.“

Mexikos 17-jähriger Wunder-Teenager Gilberto Mora wirbelte gegen Ecuador und zeigte eine starke Leistung. Die Mannschaft ließ sich weder von der einstündigen Verspätung nach einem schweren Gewitter noch von der gewaltigen Atmosphäre im ausverkauften Stadion (80.824 Zuschauer) aus dem Konzept bringen. In der zweiten Halbzeit bewies Mexiko zudem Verwaltungsqualitäten.

Quiñones kontert Kritik: „Ich sage niemandem, er soll schweigen“

Julián Quiñones, der in Kolumbien geboren wurde und für Mexiko spielt, sah sich zuletzt Kritik ausgesetzt. Nach dem Sieg sagte er: „Ich sage niemandem, er soll schweigen. Wenn ich schon nichts gesagt habe, als man mich kritisiert hat, werde ich es erst recht jetzt nicht tun.“ Der Angreifer bereitete zudem das Tor von Raúl Jiménez vor.

Die mexikanische Zeitung „Esto“ schrieb: „Es mussten 40 lange Jahre voller Frust, schmerzhafter Rückschläge und Enttäuschungen vergehen, bis die mexikanische Nationalmannschaft endlich ein K.-o.-Spiel bei einer FIFA-Weltmeisterschaft gewinnen konnte.“ Zuletzt war dies am 15. Juni 1986 im Aztekenstadion gelungen, als Mexiko Bulgarien 2:0 im Achtelfinale besiegte. In der Runde der besten Acht war dann gegen Deutschland im Elfmeterschießen Schluss.

Lob von Ibrahimovic und Henry

Fußball-Größen wie Zlatan Ibrahimovic und Thierry Henry zeigten sich beeindruckt. „Sie haben vom ersten Moment an gezeigt, wer der Boss im Ring ist. Mit den beiden Toren war das Spiel durch. Das war Mexikos beste Leistung“, urteilte Ibrahimovic als Experte bei Fox Sports. Henry ergänzte: „Wow. Die ersten 30 Minuten waren einfach nur wow. Das ist genau das, wie du das Publikum mitnehmen willst.“

Mittelfeldspieler Erik Lira betonte: „Wir sind bereit für alles, was wir uns vornehmen.“ Und weiter: „Diese Erfahrung, die ich seit etwa einem Monat mache, werde ich für den Rest meines Lebens in Erinnerung behalten. Das hätte ich mir nie träumen lassen.“ Die Fans bedachte er mit einer Liebeserklärung: „Wir profitieren ziemlich stark von unserem Heimvorteil: Man steht auf dem Platz, schaut nach draußen und sieht bedingungslose Unterstützung. Das liebe ich.“ Gegen England wird er dies erneut in vollen Zügen genießen können.

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