Tagesspiegel stoppt KI-generierte Meinungsartikel von Editor at-Large
Tagesspiegel stoppt KI-Artikel von Editor at-Large

Die Chefredaktion des Tagesspiegels hat dem Editor at-Large, Stephan-Andreas Casdorff, mit sofortiger Wirkung alle publizistischen Tätigkeiten untersagt. Grund dafür ist die mehrfache Nutzung Künstlicher Intelligenz zur Erstellung von Meinungsartikeln, wie der Verlag am heutigen Tag mitteilte.

Verstoß gegen redaktionelle Richtlinien

Die Entscheidung fiel, nachdem bekannt wurde, dass der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur mehrere Kommentare durch eine KI verfassen ließ. In einer Stellungnahme betonte die Chefredaktion: „KI ist für uns ein Werkzeug zur Vereinfachung und Verbesserung einzelner Arbeitsschritte, aber keinesfalls ein Mittel, das den Kern unserer journalistischen Arbeit übernehmen darf.“ Die journalistische Urteilsbildung, die Gewichtung von Informationen, die analytische Einordnung und die sprachliche Gestaltung müssten stets in der Verantwortung der Autoren liegen. Das Verfassen kompletter Texte durch KI stelle einen eindeutigen Verstoß gegen die internen Richtlinien dar, die für alle verbindlich seien.

Konsequenzen für Casdorff

Die Chefredaktion erklärte, dass der Fall keine andere Möglichkeit zulasse, als die publizistischen Aktivitäten von Stephan-Andreas Casdorff beim Tagesspiegel bis auf Weiteres zu beenden. Man bedauere diesen Schritt sehr, da Casdorff über viele Jahre wertvolle Arbeit für das Haus geleistet habe. Es gehe jedoch um den Kern der journalistischen Glaubwürdigkeit, die durch die wiederholte Nutzung KI-erstellter Meinungstexte gefährdet werde.

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Casdorff selbst räumte seinen Fehler ein: „Ich habe einen Riesenfehler gemacht, habe dem Haus geschadet und mir. Dafür bitte ich von ganzem Herzen um Entschuldigung. Für die Texte habe ich KI genutzt. Das hätte ich kenntlich machen müssen und sie deswegen nicht publizieren dürfen.“

Weitere Maßnahmen

Der Tagesspiegel hat die betroffenen Texte vorerst offline genommen, bis eine genaue Prüfung abgeschlossen ist. Zudem soll eine externe, unabhängige Unterstützung prüfen, ob auch an anderen Stellen unsachgemäß KI eingesetzt wurde. Die Chefredaktion betonte die Bedeutung der journalistischen Sorgfaltspflicht und kündigte an, die internen Prozesse zu überprüfen, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.

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