Deutsches Heer setzt auf verstärkten Drohneneinsatz
Das deutsche Heer plant, den Einsatz von Drohnen und unbemannten Waffensystemen deutlich zu beschleunigen. Für die Landstreitkräfte der Bundeswehr hat die Integration von Panzertruppen und Drohneneinheiten laut Inspekteur Generalleutnant Christian Freuding höchste Priorität. Dies erklärte er während eines Besuchs der Militärübung „Freedom Shield 2026“ in Litauen.
Erste Übung der Panzerbrigade 45 in Litauen
Die im Vorjahr in Dienst gestellte deutsche Panzerbrigade 45 trainiert erstmals auf litauischem Boden und verfügt dabei über 350 Drohnen. Freuding wurden Gefechtsstände und Konzepte für den Drohneneinsatz präsentiert. Er zeigte sich beeindruckt von der Steuerung der Drohnen, räumte jedoch ein: „Ich glaube, wir haben im ganzen Spektrum noch viel Luft nach oben.“ Die Integration unbemannter Systeme müsse „mehr und mehr, tiefer und tiefer, auf allen Ebenen“ vorangetrieben werden.
Übung an der Nato-Ostflanke
An der Übung auf dem Truppenübungsplatz Pabrade, rund 20 Kilometer von der belarussischen Grenze entfernt, nehmen etwa 2.900 Soldaten teil, darunter 2.300 aus Deutschland, sowie rund 800 Fahrzeuge aus acht Nato-Staaten.
Panzerbrigade soll bis 2027 voll einsatzfähig sein
Die Panzerbrigade in Litauen wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die russische Bedrohung zugesagt. Bis 2027 soll sie mit 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzbereit sein. Derzeit sind rund 1.800 Angehörige in Litauen stationiert. Freuding betonte die Bedeutung der Übung für die Abschreckung: „Wir nutzen nicht nur PowerPoint-Präsentationen, sondern zeigen, dass hier real eine Brigade im Aufwuchs ist.“
Sicherheitslage angespannt
Freuding bezeichnete die sicherheitspolitische Lage als „angespannt“. Russland baue trotz hoher Verluste im Ukraine-Krieg kontinuierlich seine Fähigkeiten aus. Moskau wolle die aktive Truppe auf 1,5 Millionen Soldaten aufstocken, ein Ziel, das Experten zufolge noch dieses Jahr erreicht werden könnte. Zudem errichte Russland Mobilisierungsstützpunkte und baue militärische Strukturen aus. „Insofern nehmen wir die Sicherheitslage sehr, sehr ernst“, so Freuding.
Nato verstärkt Präsenz im Baltikum
Deutschland und die Niederlande haben beschlossen, ihr Engagement im Baltikum zu verstärken und ein neues taktisches Nato-Hauptquartier in Estland zu leiten. Das Deutsch-Niederländische Korps soll diese Rolle Mitte des Jahres übernehmen und die Führung der Nato-Truppen in Estland und Lettland verantworten. Bisher war das Nato-Hauptquartier in Polen zuständig. Die Einrichtung des Hauptquartiers für die baltischen Staaten war seit dem Nato-Gipfel 2023 geplant.



