Studien belegen alarmierend hohe und trotz politischer Initiativen weiter steigende Raten von Leseproblemen bei Kindern. Ein Ansatz, dem zu begegnen, ist niederschwellig und billig – und offenbar auch sehr erfüllend: ehrenamtliche Lesementoren.
Ein Nachmittag mit Ayden und seiner Mentorin
„Nur noch kurz fertigspielen“, ruft Ayden. Mit drei Freunden steht er an einem Kickertisch in einem der Horträume der Grundschule Nennhausen. Tatsächlich ist er dann deutlich schneller da, als man es sonst von Achtjährigen, die „nur schnell noch fertigspielen“ wollen, gewohnt ist. Blondes, kurzes Haar, helle, wache, blaue Augen. Und natürlich ein blutiges Knie. „Halt ein Bengel“, wird sein Vater später beim Abholen sagen.
Der ist im Moment aber noch gar nicht da, dafür Ulrike Platz. Mit der Ruheständlerin trifft sich Ayden hier einmal die Woche. Sie war ganz früher selbst Lehrerin und hat danach lange in der Lehrerfortbildung und Unterrichtsentwicklung gearbeitet.
Fortschritte durch regelmäßige Treffen
Zu lernen scheint Ayden bei ihr jedenfalls eine Menge. „Er ist viel besser geworden.“ Auch das wird Aydens Vater später sagen. Und die Augen von Ulrike Platz werden hinter der schwarzrandigen Hornbrille und unter dem blonden Pony strahlen.
Das Modell der ehrenamtlichen Lesementoren könnte ein Beitrag sein, um die Lesekompetenz von Kindern zu fördern. Es ist einfach umsetzbar und kostengünstig. Die Mentoren schenken Zeit und Zuwendung, was bei den Kindern oft mehr bewirkt als teure Programme.



