Rekordzahlen bei Jägern und Jagdscheinen
In Deutschland gibt es aktuell 468.000 Jäger – ein Rekord. Das entspricht einem Anstieg von 77 Prozent in den letzten 40 Jahren, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) mitteilt. Besonders auffällig: Im Jahr 2025 machten 24.076 Menschen die Jägerprüfung, doppelt so viele wie 20 Jahre zuvor. Der Frauenanteil liegt nun bei 29 Prozent.
Kritik am neuen Jagd-Hype
Ein ARD-Bericht mit dem Titel „Schießen, töten, posten – Wie gefährlich ist der neue Jagd-Hype?“ wirft den neuen Jägern vor, es gehe ihnen vor allem um das Töten von Tieren, Waffenbesitz und Social-Media-Posts. DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke widerspricht: „Jagd ist weit mehr als Schießen und Töten. Immer mehr Menschen aus der Stadt begeistern sich für dieses Naturerlebnis.“
Motive der neuen Jäger
Laut einer DJV-Umfrage suchen 69 Prozent der Jagdscheinanwärter intensive Naturerlebnisse, 63 Prozent wollen sich im Naturschutz engagieren und 46 Prozent schätzen Wild als gesundes Lebensmittel. Nur fünf Prozent der befragten 3.500 Jungjäger gaben ein besonderes Interesse an Waffen an. „Jäger kommen aus der Mitte der Gesellschaft, haben meist einen höheren Bildungsabschluss und wollen die Natur verstehen“, sagt Heiko Hornung, Chefredakteur von „Wild & Hund“.
Berufstätigkeit und Ausrüstungskosten
Fast zwei Drittel der Jäger sind voll- oder teilzeit berufstätig, ein Drittel nicht mehr berufstätig. Die Kosten für den Jagdschein beginnen bei 2.800 Euro, die Erstausrüstung kostet im Schnitt 4.500 bis 7.500 Euro. Waffen gibt es ab 750 Euro, Luxusmodelle kosten über 200.000 Euro.
Waffenbesitz und Sicherheit
Die Zahl der im Nationalen Waffenregister erfassten Waffen und Waffenteile stieg von 5,33 Millionen (2015) auf 5,54 Millionen (April 2026) – ein Plus von 3,85 Prozent. Die Gefahr durch Jäger ist gering: In NRW begingen nur 0,013 Prozent der Legalwaffenbesitzer Straftaten. Tödliche Jagdunfälle sind selten, im Schnitt drei pro Jahr (2000–2025).
Jagdstrecke und Nutrias
2025 erlegten Jäger vier Millionen Tiere, neun pro Jäger. Die Abschüsse von Nutrias stiegen auf 131.000 Tiere – 1.600 Prozent mehr als vor 20 Jahren. Die Biberratte untergräbt Deichanlagen und gefährdet den Hochwasserschutz.



