Verfassungsschutz warnt: Immer jüngere Extremisten – Präventionsexperte Mücke im Interview
Immer jüngere Extremisten: Präventionsexperte Mücke im Interview

Der Verfassungsschutz warnt vor einer zunehmenden Verjüngung der Extremistenszene. Präventionsexperte Thomas Mücke bestätigt diesen Trend und nennt Ursachen wie manipulative Algorithmen und ein Leben im Doppelmodus. Im Interview mit dem Tagesspiegel erläutert er, warum Jugendliche immer früher radikalisiert werden und welche Maßnahmen jetzt nötig sind.

Verjüngung der Szene seit drei Jahren beobachtet

„Das ist für uns keine Neuentwicklung, vielmehr sehen wir das schon seit drei Jahren“, sagt Thomas Mücke. Egal ob im Islamismus oder im Rechtsextremismus – die Verjüngung sei deutlich spürbar. Besonders alarmierend: Bei den islamistisch motivierten Anschlägen zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024, als sich die Anschlagsdynamik vervierfachte, waren zwei Drittel der Tatverdächtigen zwischen 13 und 19 Jahren alt. Auch in der Beratungsarbeit zeige sich, dass die betroffenen Personen immer jünger würden.

Ursachen: Algorithmen und Doppelleben

Als eine Hauptursache nennt Mücke die manipulativen Algorithmen sozialer Medien. „Sie merken gar nicht, auf welche Weise sie manipuliert werden“, warnt er. Viele Jugendliche lebten zudem in einem Doppelmodus: Tagsüber unauffällig in Schule oder Ausbildung, nachts radikale Inhalte konsumierend. Dies erschwere die Früherkennung durch Eltern oder Lehrer.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Handlungsempfehlungen: Medienkompetenz stärken, nicht sparen

Mücke fordert eine verstärkte Präventionsarbeit, insbesondere in Schulen. Der Staat dürfe hier nicht sparen, sondern müsse in Medienkompetenz und psychosoziale Betreuung investieren. „Wir brauchen niedrigschwellige Angebote, die Jugendliche erreichen, bevor sie in extremistische Blasen abtauchen“, so der Experte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration