Hitzewelle in Berlin: Experte warnt vor Kopfsprüngen ins kalte Wasser
Hitzewelle Berlin: Warnung vor Sprüngen ins Wasser

Extreme Hitze in Berlin: Temperaturen bis 41 Grad erwartet

Berlin erlebt eine außergewöhnliche Hitzewelle. Am Wochenende könnten die Temperaturen in der Hauptstadtregion auf bis zu 41 Grad Celsius steigen. Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Zahlreiche Schulen haben hitzefrei gegeben, Veranstaltungen wurden abgesagt oder verlegt, und die Behörden bereiten sich auf eine erhöhte Zahl von Notfällen vor. Die Feuerwehr rechnet mit mehr Einsätzen, die Polizei verstärkt ihre Präsenz in der Stadt.

Warnung vor Kopfsprüngen: Experte berichtet von schweren Verletzungen

Ein dringender Appell kommt von Medizinern: Angesichts der großen Hitze suchen viele Menschen Abkühlung in Seen und Schwimmbädern. Doch ein Sprung kopfüber ins flache Wasser kann fatale Folgen haben. Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (UKB), warnt eindringlich: „Die Halswirbelsäule ist besonders fragil. Ein Kopfsprung ins flache Wasser führt direkt zu einer Lähmung, dann sind Beine und Arme betroffen.“ Schwab, der auch eine Professur an der Charité innehat, betont: „Wenn man den Boden nicht sieht, auf keinen Fall springen.“

Laut Schwab behandelt das UKB jährlich mindestens zehn solcher Fälle. Oft seien es „übermütige junge Männer“, die aus Lebensfreude kopfüber springen und anschließend querschnittsgelähmt sind. Auch Alkohol spiele häufig eine Rolle. „Man möchte die Lebensfreude nicht einschränken, aber es ist eine vermeidbare Verletzung“, so Schwab. Er präzisiert: Eine Wassertiefe von ein bis anderthalb Metern sei zu flach für einen Kopfsprung, selbst zwei bis zweieinhalb Meter könnten je nach Sprunghöhe gefährlich sein. Auch von Sprüngen in die Hocke rät er ab, da dabei Beckenfrakturen möglich seien.

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Auswirkungen auf das öffentliche Leben: Schulen, Bibliotheken und Veranstaltungen betroffen

Die Hitze zwingt viele Einrichtungen zu drastischen Maßnahmen. Immer mehr Schulen in Berlin stellen auf verkürzten Unterricht um oder heben die Schulpflicht komplett auf. Die Eichendorff-Grundschule in Charlottenburg hat die Schulpflicht für den Tag aufgehoben, bietet aber eine Betreuung an. Auch die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) hat alle Veranstaltungen in der Amerika-Gedenkbibliothek abgesagt. Direktor Jonas Fansa erklärte: „Bibliotheken sollten stets sichere und gut zugängliche öffentliche Aufenthaltsorte sein. Dass wir genau das gerade wieder nicht anbieten können, zeigt, wie dringend Berlin ein Bibliotheksgebäude braucht, das auf der Höhe der Zeit ist.“ Bei weiterem Temperaturanstieg müssten Bibliotheksräume geschlossen werden.

Der Bezirk Mitte schließt am Wochenende mehrere Kultureinrichtungen, darunter den Bärenzwinger, die Galerie Wedding und die Klosterruine. Auch die Stadtbibliothek Lichtenberg bleibt am Samstag ganztägig geschlossen. In Charlottenburg-Wilmersdorf bleiben die Kleine Orangerie und die Kommunale Galerie zu, und das Straßenfest „Sommerliebe Schmargendorf“ fällt aus. Die Sommershow von Tobi Krell in den Gärten der Welt wurde abgesagt, ebenso der Sommer-Empfang der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Gesundheitliche Risiken: Krankenhäuser verzeichnen mehr Notfälle

Die Berliner Krankenhäuser spüren die Auswirkungen der Hitze. Die Vivantes-Kliniken verzeichneten in den vergangenen Tagen einen moderaten Anstieg hitzebedingter Einlieferungen, vor allem ältere Menschen mit Flüssigkeitsmangel und vereinzelt Kinder mit Sonnenstichen, Fieberkrämpfen oder Hitzschlägen. In den Rettungsstellen der Charité sei die Versorgung stabil, so ein Sprecher. Die Feuerwehr stellt sich auf ein arbeitsreiches Wochenende mit Kreislaufproblemen und Badeunfällen ein.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner warnte auf der Plattform X: „Die aktuelle Hitzewelle kann insbesondere für ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Obdachlose gefährlich sein.“ Er appellierte an die Bevölkerung, ausreichend zu trinken, die Mittagshitze zu meiden und aufeinander Acht zu geben.

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Abkühlung suchen: Trinkbrunnen, kühle U-Bahnhöfe und Bäder

Die Berliner Wasserbetriebe weisen auf 250 Trinkbrunnen in der ganzen Stadt hin, an denen man sich kostenlos erfrischen kann. Am Mauerpark sorgt ein Cooling Point mit Vernebelungsanlage für Abkühlung. Zudem gibt es mehr als 600 Refill-Stationen in Cafés, Geschäften und Apotheken. Allerdings ist das Wasser aus den 163 Zierbrunnen kein Trinkwasser. Die BVG empfiehlt den U-Bahnhof Brandenburger Tor (U5) als einen der kühlsten – dort wurden 24,5 Grad gemessen, während die Züge teilweise über 27 Grad warm sind.

Die Berliner Bäderbetriebe rechnen am Wochenende mit bis zu 100.000 Gästen in den 14 Sommerbädern und dem Strandbad Wannsee. Sie empfehlen, Tickets online zu kaufen. Das Sommerbad Mariendorf bleibt wegen eines Stromausfalls geschlossen.

Verkehr und Infrastruktur: Einschränkungen bei Bahn und BVG

Wegen der Hitze entfallen am Wochenende auf den Regionalbahnlinien RE1 und RE8 die Stopps Schwerin Süd und Holthusen. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) begründet dies mit fehlenden Schutzmöglichkeiten vor der Hitze an diesen Bahnhöfen. Die BVG lässt am Wochenende auch abends U-Bahnen mit maximaler Wagenzahl fahren, um die Fahrgäste zu entlasten, und versorgt die Fahrer mit Trinkwasser und Kühltüchern.

In vielen Baumärkten und Elektronikmärkten sind Ventilatoren und mobile Klimageräte ausverkauft. Ein Hornbach-Sprecher erklärte: „Der erste Schwung an Geräten ist weg. Die Geräte kommen fast alle aus China.“ Kurzfristige Nachlieferungen seien schwierig.

Anpassungen bei Kulturveranstaltungen: Philharmoniker lockern Kleiderordnung

Die Berliner Philharmoniker lockern für ihr Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne am Samstagabend die Kleiderordnung. Die Herren treten ohne Jackett, aber mit schwarzem Hemd auf, die Ärmel dürfen hochgekrempelt werden. Die Damen müssen nur bis zum Ellenbogen bedeckt sein. Backstage gibt es Getränke und Kühlpacks. Besucher dürfen einen Liter alkoholfreies Getränk in Kunststoffflaschen mitbringen. Die Sprecherin des Orchesters rät zu Sonnenhut und Mückenspray.