Während Paris die E-Scooter aus der Stadt verbannt hat, plant Berlin das Gegenteil: Der Senat will die Nutzung der elektrischen Tretroller ausweiten, vor allem in den Außenbezirken. Dabei zeigt eine interne Unterlage, dass die Gefährte statistisch gesehen 23 Stunden und 45 Minuten pro Tag ungenutzt herumstehen. Dies berichtet der Leitende Redakteur Felix Müller in seinem Newsletter aus der Chefredaktion.
Hitze in Berlin: Freibäder und Museen als Rettung
Die extreme Hitze beschäftigt die Hauptstadt. Die Berliner Freibäder rechnen am Wochenende mit bis zu 100.000 Besuchern. Die Polizei erhöht ihre Präsenz, die evangelische Kirche hat ihren Sommerempfang abgesagt, und die preußischen Schlösser schließen bereits um 13 Uhr. Die BVG setzt U-Bahnen mit maximalen Wagenzahlen ein, um Überfüllung zu vermeiden.
Werner Graf, Spitzenkandidat der Berliner Grünen, fordert, die Museen als Schutzräume zu öffnen. Eine Sprecherin der Staatlichen Museen erklärt: „Eine Sonderregelung für die heißen Tage haben wir aktuell nicht, allerdings sind natürlich alle Foyers geöffnet, wie übrigens auch in der Staatsbibliothek, und es gibt zum Beispiel im Hamburger Bahnhof ticketfrei zugängliche Ausstellungsbereiche. Ansonsten hoffen wir, dass unsere Preisgestaltung (kostenfrei bis 18 Jahre, Vergünstigungen für Empfänger von Transferleistungen etc.) ausreichend Zugang ermöglicht.“
E-Scooter in Berlin: Wenig genutzt, aber ausgebaut
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und Verkehrssenatorin Ute Bonde (beide CDU) berichteten im Abgeordnetenhaus von Plänen, die E-Scooter-Nutzung auszuweiten. Doch eine Analyse der Senatsunterlage durch Kollegen Joachim Fahrun zeigt ernüchternde Zahlen: Selbst im Sommer wird ein einzelner Roller statistisch gesehen selten von mehr als zwei Personen pro Tag bewegt. In der kühleren Jahreszeit sind es kaum mehr als anderthalb Nutzungen täglich. Die durchschnittliche Fahrtstrecke liegt zwischen 1,3 und 1,8 Kilometern, die Fahrtdauer zwischen sechseinhalb und achteinhalb Minuten. Das bedeutet: Jeder E-Roller steht 23 Stunden und 45 Minuten am Tag still.
Fahruns Fazit: „Verkehrspolitische Effekte oder eine Entlastung der Straße lassen sich nicht feststellen.“ In Berlin gibt es bereits mehr als 45.000 ausleihbare E-Roller. Warum die Flotte weiter wachsen soll, bleibt fraglich.
Weitere Berliner Themen: Schulen, Gitex und Tierpark
Die beliebtesten Gymnasien und Sekundarschulen Berlins 2026 wurden bekannt gegeben. Die Plätze an den rund 230 öffentlichen Gymnasien, Sekundar- und Gemeinschaftsschulen sind vergeben. Ein Rückschlag für Berlin: Die Techmesse Gitex, die als Vorzeigeprojekt galt, wurde von den Veranstaltern aus Dubai abgesagt. Der Vertrag mit der Messe wurde beendet.
Im Tierpark Berlin sind nach sechs Jahren Umbau fünf Elefanten einer Familie wieder zu sehen. Die Dickhäuter sind in das renovierte Haus und die Außenanlagen eingezogen.



