Die Ermittlungen zum Brand im Umspannwerk Reutlingen-West sind weitgehend abgeschlossen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart mitteilte, wurden bei dem Brand angezündete Autoreifen als Brandmittel eingesetzt. Die technischen Untersuchungen zur mutmaßlichen Brandstiftung seien weitgehend abgeschlossen. Zudem würden Hinweise auf verdächtige Beobachtungen überprüft sowie Zeugen vernommen. Welcher Brandbeschleuniger genau verwendet wurde, wollte die Behörde noch nicht sagen.
Brand in der Nacht zum 8. Juni
Der Brand war in der Nacht zum 8. Juni im Umspannwerk Reutlingen-West ausgebrochen. In der Folge fiel das Umspannwerk aus, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Nach SPIEGEL-Informationen hatten sich schnell Hinweise auf Brandstiftung verdichtet, nachdem ein möglicher Brandbeschleuniger entdeckt worden war. Ein oder mehrere Täter waren auf das Gelände eingedrungen und hatten an mehreren Stellen Feuer gelegt. Auch der Zaun der Anlage wurde beschädigt.
Zehntausende Haushalte ohne Strom
Nach dem Feuer waren zeitweise Zehntausende Menschen über Stunden ohne Strom. Betroffen waren neben Privathaushalten auch ein Krankenhaus sowie Industrie- und Gewerbekunden. Die Reparaturkosten dürften sich früheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren. Der Vorfall hatte überregional für großes Aufsehen gesorgt, da zuvor mutmaßlich Linksextreme in Berlin mehrfach Brandanschläge verübt hatten. Bei einem Vorfall in Berlin verloren 45.000 Haushalte die Stromversorgung.
Ermittlungen zu weiteren Sabotageversuchen
Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag in Baden-Württemberg prüfen Ermittler auch Hinweise auf weitere mögliche Sabotageversuche an Stromanlagen in der Region. Es gebe Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Orten, teilte ein Sprecher der Anklagebehörde mit. Diese würden nun untersucht, und man versuche, zeitliche Eingrenzungen vorzunehmen. Konkrete Orte könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.



