Taschenpfändung bei Boris Becker: So funktioniert die Zwangsvollstreckung
Taschenpfändung bei Boris Becker: So funktioniert sie

Bei einem Auftritt kurz vor einem Bühnen-Interview wurde Boris Becker von Polizei und Gerichtsvollziehern gestoppt. Sie pfändeten seine rund 6000 Euro teure Armbanduhr. Wie BILD exklusiv erfuhr, geht es um einen Unterhaltsstreit mit seiner Ex-Frau Lilly Becker.

Was ist eine Taschenpfändung?

Eine Taschenpfändung, auch als „Überraschungspfändung“ bekannt, ist eine besondere Form der Zwangsvollstreckung. Dabei erscheint der Gerichtsvollzieher unangekündigt am Aufenthaltsort des Schuldners, um pfändbare Gegenstände wie Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände sofort zu sichern. Laut Angaben des Deutschen Gerichtsvollzieherbundes ist dies ein wirksames Mittel, um Schulden beizutreiben, wenn der Schuldner Zahlungen vermeidet.

Der Ablauf einer Taschenpfändung

Der Gerichtsvollzieher muss einen vollstreckbaren Titel vorlegen, etwa ein Gerichtsurteil. Er darf nur Gegenstände pfänden, die dem Schuldner gehören und nicht notwendig für die Lebensführung sind. Bei Boris Becker war die Armbanduhr offenbar ein solcher Luxusgegenstand. Nach der Pfändung wird die Uhr verwahrt und später versteigert, der Erlös geht an den Gläubiger – in diesem Fall Lilly Becker.

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Müssen Schuldner Angst haben?

Experten zufolge ist die Taschenpfändung ein legitimes Mittel, aber nicht jede Schuld führt sofort zu einer Pfändung. „Vor einer Pfändung muss der Gläubiger einen Titel erwirken und der Gerichtsvollzieher muss die Pfändung ankündigen – außer bei der Taschenpfändung, die auf Überraschung setzt“, erklärt ein Rechtsexperte. Wer seine Schulden regelmäßig bedient, hat in der Regel nichts zu befürchten.

Rechte und Pflichten des Schuldners

Der Schuldner kann bei einer Pfändung Widerspruch einlegen, wenn er die Forderung für unberechtigt hält. Zudem sind bestimmte Gegenstände unpfändbar, etwa notwendige Haushaltsgegenstände oder Arbeitsmittel. Im Fall von Boris Becker könnte die Armbanduhr als Luxusgegenstand eingestuft worden sein, sodass die Pfändung rechtmäßig war.

Fazit

Die Taschenpfändung ist ein scharfes Schwert der Gläubiger, um an ihr Geld zu kommen. Für Prominente wie Boris Becker kann sie besonders unangenehm sein, da sie oft öffentlich stattfindet. Schuldner sollten daher offene Forderungen nicht ignorieren, sonst droht der unangenehme Besuch des Gerichtsvollziehers.

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