In Schweden sind Lebensmittelgeschäfte und Apotheken ab sofort gesetzlich verpflichtet, Bargeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung, die das skandinavische Land besser gegen technische Ausfälle in Krisensituationen wappnen soll. Zudem sollen Menschen nicht ausgeschlossen werden, die mit digitalen Bezahlformen nicht zurechtkommen.
Bargeld als Sicherheitsnetz in Krisenzeiten
Carlos Cancino von der Supermarktkette Coop betonte gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT: „In manchen Situationen, wenn die Technik streikt, können Münzen und Scheine die einzige Bezahlform sein, die funktioniert.“ Viele Supermärkte in Schweden akzeptieren ohnehin noch Bargeld, doch die neue Regelung macht dies nun für alle relevanten Geschäfte verpflichtend.
Widerstand gegen die Neuregelung
Da die überwältigende Mehrheit der Schweden lieber bargeldlos zahlt – sei es mit Karte oder Handy – regt sich laut TT Widerstand. Einige Läden haben bereits angekündigt, sich nicht an das neue Gesetz zu halten. Die Regelung sieht jedoch zahlreiche Ausnahmen vor. So sind Supermärkte ohne bemannte Kassen oder Geschäfte, in denen die Bargeldannahme Mitarbeiter gefährden würde, ausgenommen. Händler können sich zudem auf die Kosten eines Bargeldsystems berufen. Mehr als 25 Münzen müssen die Läden nicht annehmen. Unklar bleibt, wie Verstöße geahndet werden.
Bargeldnutzung in Schweden rückläufig
Die Nutzung von Bargeld geht in Schweden seit Jahren zurück. Einer Umfrage der schwedischen Reichsbank zufolge gaben im vergangenen September nur fünf Prozent der Befragten an, ihren letzten Einkauf bar bezahlt zu haben. 27 Prozent der Menschen kommen ganz ohne Bargeld aus. Dennoch empfiehlt die Reichsbank den Schweden seit einiger Zeit, für den Krisenfall neben mehreren Bankkarten und dem Bezahldienst auf dem Handy umgerechnet rund 90 Euro Bargeld zu Hause aufzubewahren.



