Am Mittwochmittag erlebten Autofahrer in Deutschland eine böse Überraschung an den Tankstellen. Innerhalb weniger Minuten stiegen die Preise für Benzin und Diesel drastisch an. Grund dafür sind die wieder aufgeflammten Spannungen im Nahen Osten, die die Rohölpreise in die Höhe treiben.
Preissprung um 19 Cent pro Liter
Laut dem Vergleichsportal „Benzinpreis aktuell“ kostete ein Liter E10 um 11:50 Uhr noch 1,98 Euro. Nur 20 Minuten später, um 12:10 Uhr, lag der Preis bereits bei 2,17 Euro – ein Anstieg von 19 Cent. Diesel verteuerte sich im selben Zeitraum von 1,91 auf 2,12 Euro pro Liter, Superbenzin stieg von 2,04 auf 2,23 Euro. Für eine 50-Liter-Tankfüllung E10 bedeutet das einen Preisunterschied von knapp zehn Euro: von rund 99 Euro auf etwa 108,50 Euro.
Neue Spannungen am Golf treiben Ölpreise
Hintergrund des Preissprungs sind neue militärische Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Nach Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus haben die USA eine neue Welle von Luftschlägen gegen den Iran gestartet. Gleichzeitig wurden zuvor gelockerte Beschränkungen für iranische Ölexporte wieder verschärft. Die Rohstoffmärkte reagierten nervös: Die Nordseesorte Brent verteuerte sich zeitweise um bis zu 3,5 Prozent auf 76,75 Dollar je Barrel. Seit Dienstag summiert sich das Plus bereits auf mehr als sechs Prozent. Marktbeobachter warnen, dass eine weitere Eskalation die Ölversorgung über die Straße von Hormus beeinträchtigen könnte – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel.
Zusätzliche Belastung für Autofahrer
Die Entwicklung kommt für viele Autofahrer zur Unzeit, da die Sommerferien bevorstehen und viele längere Urlaubsfahrten planen. Besonders teuer wird es an Autobahntankstellen: Laut einer bundesweiten ADAC-Auswertung liegen die Preise dort durchschnittlich rund 33 Cent pro Liter über dem Niveau von Tankstellen abseits der Fernstraßen. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung summiert sich das auf rund 16,50 Euro zusätzlich.



