Schlag gegen Mallorca-Bande: 3500 Deutsche um Millionen betrogen
Mallorca-Bande: 3500 Deutsche um Millionen betrogen

Die spanische Nationalpolizei hat einen international agierenden Betrügerring zerschlagen, der über Jahre hinweg tausende Menschen um Millionen Euro betrogen hat. Allein 3500 Deutsche zählen zu den Opfern. Die Gesamtschadenssumme beläuft sich auf mehr als neun Millionen Euro.

Falsche Online-Shops und Banktricks

Die Täter lockten ihre Kunden mit dem Angebot von Smartphones, Luxusgütern und sogar schweren Baumaschinen. Nach erfolgter Zahlung wurden weder die Produkte geliefert noch das Geld zurückerstattet. Die Ermittlungen begannen vor zwei Jahren, nachdem mehrere deutsche Staatsanwaltschaften Hinweise auf Betrugsfälle im Online-Handel an die spanischen Behörden weitergeleitet hatten.

Die Bande betrieb ein Netzwerk aus 16 Unternehmen und 54 mutmaßlichen Beteiligten. Sie nutzten gefälschte Internetshops und gaben sich als Mitarbeiter von Bank-Sicherheitsabteilungen aus, um an Zugangsdaten zum Online-Banking von Unternehmern zu gelangen. In einem Fall erbeuteten sie so 100.000 Euro von einem belgischen Opfer.

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Festnahmen und Durchsuchungen

Insgesamt neun Verdächtige wurden auf Mallorca und in der Provinz Barcelona festgenommen. Der wichtigste Zugriff erfolgte in einer Luxusvilla in Sitges bei Barcelona, wo sich mehrere Bandenmitglieder getroffen hatten. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Beamten mehr als 100.000 Euro Bargeld, Kryptowährungen im Wert von 200.000 Euro, Goldbarren, Luxusuhren, Schmuck sowie mehrere Luxusfahrzeuge und Jetskis.

Bereits zuvor waren mehr als 500.000 Euro eingefroren worden. Der Gesamtwert des sichergestellten Vermögens wird auf fast zwei Millionen Euro geschätzt.

Strohmann in Armut

Die kriminelle Organisation schleuste die Erlöse über ein Firmengeflecht in Spanien in den legalen Finanzkreislauf. Eine angebliche Bootsvermietung auf Mallorca diente als Scheinfirma, um die illegalen Einnahmen als Zahlungen deutscher Urlauber zu tarnen. Die Ermittler stellten fest, dass das Unternehmen weder Boote noch Mitarbeiter oder Geschäftsräume besaß.

Als Geschäftsführer einer der Firmen wurde ein Mann eingesetzt, der auf Mallorca in extremer Armut lebte. Die Polizei hob hervor, dass die Täter skrupellos vorgingen und auch sozial Schwache ausnutzten.

Internationale Zusammenarbeit

Da sich die Opfer überwiegend im Ausland befanden, arbeiteten die spanischen Ermittler unter anderem mit Europol zusammen. Die Ermittlungen der Geldwäscheeinheit der Nationalpolizei dauerten zwei Jahre.

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