Kritik an der neuen Steuer-App okElster
Die App „okElster“ des Bundeszentralamts für Steuern ist seit Juli 2026 verfügbar und soll die digitale Steuererklärung vereinfachen. Doch ein Experte vom Lohnsteuerhilfeverein in Nordrhein-Westfalen übt scharfe Kritik. Er bezeichnet die „Einfach-Steuererklärung“ als „Murks“ und warnt davor, dass Nutzer bares Geld verschenken könnten.
Was ist okElster?
okElster ist eine mobile App, die speziell für die einfache Steuererklärung entwickelt wurde. Sie richtet sich an Steuerzahler mit geringem Einkommen und einfachen Steuerfällen. Die App soll die bisherige Elster-Webanwendung ergänzen und den Prozess noch benutzerfreundlicher gestalten. Allerdings zeigt die Praxis erste Schwächen.
Experte: „Einfach-Steuererklärung ist Murks“
Der Lohnsteuerhilfeverein NRW, der jährlich Tausende Steuererklärungen betreut, hat die App getestet. Ein Sprecher des Vereins erklärte gegenüber BILD: „Die App mag für absolute Minimalisten geeignet sein, aber in der Praxis führt sie oft dazu, dass Steuerzahler wichtige Ausgaben nicht geltend machen. Das kann schnell mehrere hundert Euro Verlust bedeuten.“ Besonders kritisch sieht der Experte die fehlende Möglichkeit, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen detailliert einzutragen.
Warnung vor Geldverlust
Nach Angaben des Lohnsteuerhilfevereins könnten Nutzer der App durchschnittlich 200 bis 400 Euro pro Jahr verlieren, wenn sie auf die einfache Version vertrauen. Der Verein empfiehlt, lieber die klassische Elster-Version oder eine professionelle Steuersoftware zu nutzen. „Die Einfach-Steuererklärung ist nur etwas für Leute, die gar keine Abzüge haben – also quasi niemanden“, so der Experte weiter.
Reaktion des Bundeszentralamts für Steuern
Das Bundeszentralamt für Steuern wies die Kritik zurück. Ein Sprecher betonte, dass die App bewusst für einfache Steuerfälle konzipiert sei und die Nutzer zuvor mit einem Hinweis auf die Einschränkungen aufmerksam gemacht würden. Man arbeite bereits an Updates, um die Funktionalität zu erweitern. Dennoch bleibt die Skepsis bei Verbraucherschützern groß.
Fazit: Vorsicht bei der Steuer-App
Wer seine Steuererklärung mit okElster machen möchte, sollte sich vorher genau informieren, ob die App für den eigenen Fall geeignet ist. Im Zweifel ist der Gang zum Steuerberater oder die Nutzung einer umfassenderen Software ratsam. Andernfalls droht unnötiger Geldverlust.



