BGH prüft: Sind Schufa-Daten zu unverständlich für Verbraucher?
BGH prüft: Sind Schufa-Daten zu unverständlich?

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe setzt sich mit der Frage auseinander, ob die Schufa ihre Bonitätsbewertungen für Verbraucher ausreichend transparent darstellt. Am Donnerstag, den 18. Juni, stand die mündliche Verhandlung im Mittelpunkt, ein Urteil wurde jedoch noch nicht verkündet. Im Kern geht es um die sogenannte Datenkopie gemäß Artikel 15 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die Verbraucher kostenlos anfordern können. Diese Kopie zeigt, welche Daten die Auskunftei gespeichert hat und welche Scorewerte in den letzten zwölf Monaten berechnet wurden.

Die Position der Schufa

Die Schufa argumentiert, dass die bereitgestellten Informationen ausreichend seien. Der Score sei für Banken und Unternehmen lediglich ein Baustein bei Entscheidungen über Kredite, Kaufverträge oder Konten – aber nicht allein ausschlaggebend. Juristisch entscheidend ist die Frage, ob der Score „maßgeblich“ für eine Kreditentscheidung war. Das Verfahren betrifft nicht den neuen Schufa-Score, der seit März 2026 mehr Transparenz bietet, indem er zwölf Kriterien und deren Gewichtung offenlegt. Die alten Scoremodelle sollen bis Ende 2028 vollständig ersetzt werden.

Die Klagen der Verbraucher

Vor dem BGH geht es um die Klagen von fünf Privatpersonen, die sich auf den früheren Schufa-Score beziehen. Die Schufa hatte ihnen 2023 im Rahmen der Datenkopie Auskunft erteilt. Die Kläger halten diese Auskunft jedoch für unzureichend und das Scoring-Verfahren für intransparent. Sie fordern zusätzliche Informationen, etwa zur Gewichtung der für die Scorewerte genutzten Kriterien.

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Das Urteil des OLG Dresden

Das Oberlandesgericht (OLG) Dresden hatte die Schufa verurteilt, den Klägern genauere Angaben zu machen. Die Richter stellten fest, dass die Schufa keine Auskunft erteilen müsse, die es den Betroffenen ermöglicht, den Score mathematisch nachzuvollziehen. Allerdings müsse das Unternehmen die Informationen so aufbereiten, dass jeder Laie überprüfen kann, ob der Score Fehler enthält oder unplausibel ist.

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