Gut sechs Monate nach dem spektakulären Millionen-Einbruch bei einer Gelsenkirchener Sparkasse startet die Bank in dieser Woche mit dem Schadensausgleich für ihre Schließfachkunden. Dabei würden wie in den Mietverträgen vereinbart maximal 10.300 Euro pro Schließfach ausgezahlt, betonte die Bank.
Rückgabe zurückgelassener Gegenstände läuft parallel
Parallel laufe weiterhin die Rückgabe der vielen Tausend Wertsachen, Dokumente und persönlichen Gegenstände, die die Einbrecher im verwüsteten Tresorraum zurückgelassen hatten. Hiermit hatte die Bank schon Anfang Mai begonnen.
Nach Weihnachten 2025 waren Unbekannte über eine Tiefgarage in einen Archivraum der Bank und von dort aus mit einem gewaltigen Spezialbohrer in den Tresorraum gelangt. Sie brachen fast alle rund 3.100 Schließfächer auf und verschwanden mit ihrer Beute. Der Gesamtschaden könnte in bis zu dreistelliger Millionenhöhe liegen.
Zivilklagen gegen die Sparkasse
Beim Landgericht Essen laufen mehrere Zivilklagen von Kunden gegen die Sparkasse. Die Kläger geben an, deutlich höhere Summen als 10.300 Euro in ihren Fächern gehabt zu haben. Sie werfen der Bank gravierende Versäumnisse bei den Sicherheitsvorkehrungen vor. Die Sparkasse weist die Vorwürfe strikt zurück. Mitte Juni hatten die ersten Prozesse begonnen. An diesem Donnerstag steht ein weiterer Verhandlungstag an.
Auszahlung und Rückgaben laufen parallel
Sollten bei der Rückgabe von zurückgelassenen Gegenständen Bargeld oder Wertsachen Kunden zugeordnet werden, werde sich deren finanzieller Schadensausgleich möglicherweise entsprechend verringern. Die Bank wolle aber mit den Auszahlungen nicht warten, bis alle Rückgaben beendet sind, teilte sie mit.
Die Sichtung, Zuordnung und Rückgabe der Gegenstände laufe auf Hochtouren. Bis zu 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien damit beschäftigt, dennoch werde es noch Monate dauern, teilte die Bank mit. Mittlerweile seien bereits 400 Übergabetermine erfolgt oder vereinbart. Bei den Gesprächen zur Rückgabe der Gegenstände erlebten Berater und Kunden immer wieder emotionale Momente und freudige Überraschungen.
Richter sieht „Extrempositionen“ bei Klägern und Sparkasse
Mehr: Richter sieht „Extrempositionen“ bei Klägern und Sparkasse dpa Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Legen Sie das Handelsblatt als Ihre wichtige Nachrichtenquelle fest.



