Ritter Sport baut erstmals in Firmengeschichte Stellen ab
Ritter Sport baut erstmals Stellen ab

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport plant den ersten Stellenabbau in seiner 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen in der Verwaltung der Zentrale in Waldenbuch bei Stuttgart rund 70 Stellen gestrichen werden. Das entspricht etwas mehr als zehn Prozent der Verwaltungsstellen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, so das Management.

Hohe Kosten belasten das Unternehmen

Als Gründe für den Stellenabbau nannte Ritter Sport die gestiegenen Kosten für Energie, Logistik und Kakao. Hinzu komme eine deutliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Diese könnte auch auf die höheren Preise zurückzuführen sein: Laut Statistischem Bundesamt war eine Tafel Schokolade im März 2026 im Durchschnitt 71 Prozent teurer als noch im Jahr 2020.

Kakaopreise und Ernteausfälle

Die Ursache für die steigenden Kakaopreise waren befürchtete Ernteausfälle in Westafrika infolge von Pflanzenkrankheiten und Extremwetter. Inzwischen sind die Rohkakaopreise an den Börsen jedoch wieder stark gefallen, da die Ernteaussichten besser sind. Einige Hersteller haben daraufhin ihre Preise gesenkt.

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Umsatzplus, aber rote Zahlen

Der Umsatz von Ritter Sport stieg im vergangenen Jahr 2025 um rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro, nach 605 Millionen Euro im Jahr 2024. Dabei handelt es sich um vorläufige und um Wechselkurseffekte bereinigte Zahlen. Trotz des Umsatzwachstums rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Das Umsatzplus habe die massiven Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette nicht kompensieren können, hieß es.

Personalbestand und Standorte

Weltweit beschäftigte Ritter Sport zuletzt rund 1900 Menschen. In Waldenbuch waren es rund 1000 Beschäftigte, davon etwas mehr als 600 in der Verwaltung, wie ein Sprecher mitteilte. Der Stellenabbau betrifft ausschließlich die Verwaltung in der Zentrale.

Ritter Sport hatte zuletzt auch in einem Verpackungsstreit eine Niederlage erlitten. Das Unternehmen sucht nun nach Wegen, sich gegen die steigenden Rohstoffpreise zu wappnen, unter anderem durch eine ungewöhnliche Allianz.

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