Israelischer Rüstungskonzern Rafael plant Übernahme des VW-Werks Osnabrück
Rafael könnte VW-Werk Osnabrück übernehmen

Der israelische Rüstungskonzern Rafael möchte das Osnabrücker Volkswagen-Werk übernehmen. Dies berichtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst der Deutschen Presse-Agentur. Ernst war bis 2025 in führender Position für den Panzerfaust-Hersteller Dynamit Nobel Defence (DND) tätig, bevor er in den Bundestag wechselte. DND ist die deutsche Tochtergesellschaft von Rafael und würde nach derzeitigem Stand den Volkswagen-Standort übernehmen. Informierte Kreise bestätigten diese Information, über die auch die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet hatte.

Geplante Produktion von Iron-Dome-Komponenten

In Osnabrück sollen künftig voraussichtlich keine Panzerfäuste mehr hergestellt werden, sondern Komponenten für das Flugabwehrsystem „Iron Dome“, das Rafael in Israel fertigt. Dabei könnte es sich um schwere Lastwagen und Abschussvorrichtungen handeln, vermutet der ehemalige Rüstungsmanager Ernst. DND ließ eine entsprechende Anfrage unbeantwortet. Volkswagen teilte mit, man prüfe weiterhin tragfähige Perspektiven für den Standort Osnabrück nach dem Auslaufen der aktuellen Fertigung im Jahr 2027. Man stehe „im Austausch mit unterschiedlichen Marktakteuren“.

Rheinmetall zeigte ebenfalls Interesse

Der Panzer- und Munitionshersteller Rheinmetall hatte zunächst ebenfalls Interesse an dem Standort bekundet, später jedoch abgewunken. Ernst bewertet die mögliche Übernahme durch Rafael und DND positiv. „Das ist eine Win-win-Situation“, sagte der Christdemokrat. „Wir hätten israelisches Know-how in Deutschland, und der israelische Staatskonzern hätte eine Produktion, die nicht durch den Krieg bedroht ist.“ Zudem sei positiv, dass zumindest ein Teil der Osnabrücker Belegschaft übernommen werden könne.

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Wachstum von DND durch Ukraine-Krieg

DND hat seinen Firmensitz in Burbach (Nordrhein-Westfalen). Die Folgen des Ukraine-Krieges gaben dem Unternehmen einen starken Wachstumsschub: Die Nachfrage nach Panzerfäusten stieg nach Beginn des russischen Angriffs sprunghaft an. Im Jahr 2024 erzielte das Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von 146 Millionen Euro – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn verdoppelte sich auf 6,5 Millionen Euro. Aktuellere Zahlen sind bislang nicht veröffentlicht. Mittlerweile hat die Firma ihr Produktportfolio erweitert und baut einen Standort in Kiel auf, wo Militärfunkgeräte gefertigt und die dazugehörige Software entwickelt werden sollen.

VW-Werk Osnabrück: Von Karmann übernommen

Volkswagen hatte das Osnabrücker Werk im Jahr 2009 vom insolventen Auftragsfertiger Karmann übernommen. Volkswagen war lange Zeit einer der wichtigsten Kunden des Cabriospezialisten. In der Fabrik arbeiten derzeit rund 2.300 Menschen. Im kommenden Jahr läuft die Produktion des T-Roc-Cabriomodells aus. Einen Folgeauftrag aus dem VW-Konzern gibt es bislang nicht.

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