Merck übernimmt US-Laborausrüster Bio-Techne für zehn Milliarden Euro
Merck kauft US-Laborausrüster Bio-Techne für zehn Milliarden

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck aus Darmstadt übernimmt den US-amerikanischen Laborausrüster Bio-Techne für knapp zehn Milliarden Euro. Wie der Dax-Konzern mitteilte, zahlen die Darmstädter den Aktionären von Bio-Techne 73 US-Dollar je Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von rund 36 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs des vergangenen Monats. Der Unternehmenswert von Bio-Techne beläuft sich damit auf rund 11,3 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 9,9 Milliarden Euro.

Größte Merck-Übernahme seit Jahren

Die Übernahme wurde bereits von den Managementteams beider Unternehmen genehmigt. Der Abschluss wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und der Aktionäre von Bio-Techne. Merck-Chef Kai Beckmann, der das Amt erst kürzlich übernommen hat, bezeichnete die Transaktion als „Meilenstein“. „Bio-Techne passt hervorragend zu uns und steht in direktem Einklang mit unserer strategischen Ausrichtung, die darauf abzielt, hochmoderne Produkte und Lösungen für die gesamte Life-Science-Wertschöpfungskette anzubieten – von Forschungslaboren bis hin zu Kunden in der Biotech- und Pharmaindustrie“, sagte Beckmann.

Stärkung der Laborsparte in Wachstumsbereichen

Bio-Techne mit Sitz in Minneapolis erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden Dollar und beschäftigt weltweit rund 3.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen stellt Werkzeuge und Analysetechnologien für die Life-Sciences bereit. Laut Merck sollen mit der Übernahme insbesondere die Bereiche Zell- und Gentherapien sowie Präzisionsdiagnostik gestärkt werden. Spartenchef Jean-Charles Wirth betonte: „Mit der Übernahme stärken wir unsere Laborsparte in wachstumsstarken Bereichen wie Zell- und Gentherapien und Präzisionsdiagnostik.“

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Finanzierung und Synergien

Die Übernahme soll durch Barmittel und neue Kredite finanziert werden. Merck erwartet jährliche Kostensynergien in Höhe von rund 140 Millionen Euro. Zudem soll die Transaktion nach Abschluss unmittelbar die operative Marge steigern. Es handelt sich um die größte Übernahme von Merck seit der Übernahme des US-Krebsspezialisten Springwork Therapeutics im vergangenen Sommer für rund 3,4 Milliarden Dollar. Die bisher größte Übernahme des Konzerns war der Kauf des Laborausrüsters Sigma-Aldrich im Jahr 2015 für 17 Milliarden Dollar.

Integration und strategische Bedeutung

Merck betonte, dass die Übernahme zwei führende und sich stark ergänzende Life-Science-Unternehmen vereinen werde. Bio-Techne ist auf Analyse- und Diagnostiklösungen spezialisiert, während Merck eine breite Palette an Produkten für die Life-Science-Wertschöpfungskette anbietet. Die Integration soll die Marktposition von Merck im Laborgeschäft mit Pharmakunden und Forschern deutlich stärken.

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