Lufthansa-Aufsichtsrat Gernandt fordert sofortiges Ende der Streikserie bei der Fluggesellschaft
Lufthansa-Aufsichtsrat fordert sofortiges Ende der Streikserie

Lufthansa-Aufsichtsrat fordert sofortiges Ende der Streikserie

Bei der Deutschen Lufthansa AG reiht sich derzeit Streik an Streik, was zu massiven Flugausfällen und erheblichen Beeinträchtigungen für Reisende führt. Aus der Kühne Holding AG, die mit knapp 20 Prozent an der Lufthansa Group beteiligt ist, kommt nun scharfe Kritik an dieser Entwicklung. Karl Gernandt, Präsident des Verwaltungsrats der Kühne Holding AG und Mitglied im Lufthansa-Aufsichtsrat, hat in einem Schreiben an die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) ein unverzügliches Ende der Ausstände gefordert.

Scharfe Kritik an der Streikführung

Gernandt äußerte in seinem Schreiben größtes Unverständnis und Besorgnis über die aktuelle Streikserie. Zwar betonte er, dass das Streikrecht grundsätzlich legitim sei, doch werde dieses nun in unverhältnismäßiger Art missbraucht und weit über das Interesse der Gesamtheit gestellt. Mit den Ausständen würden bewusst möglichst viele Unbeteiligte massiv beeinträchtigt, kritisierte Gernandt. Die Streiks belasteten die kritische Infrastruktur Deutschlands in einer Weise, die weit über die Verhältnismäßigkeit der arbeitsrechtlichen Forderungen hinausgehe.

Am Montag und Dienstag fielen durch die Pilotenstreiks bereits Hunderte Flüge aus, und ab Mittwoch wollen auch die Flugbegleiter erneut die Arbeit niederlegen. Gernandt übte seine Kritik insbesondere mit Blick auf die 100-Jahr-Feier der Lufthansa am Mittwoch, die nun ganz bewusst erheblich beeinträchtigt würde. Er fragte sich, was dies über das Wertesystem in Deutschland aussage.

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Hintergründe des Tarifkonflikts

Nach Angaben der Vereinigung Cockpit liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Das Unternehmen bezeichnete die Forderungen der Piloten hingegen als absurd und unerfüllbar.

Der UFO-Vorsitzende Joachim Vázquez Bürger hatte zuvor erklärt, es gebe keinen besseren Ort des Protestes als den geplanten Festakt mit Bundeskanzler Merz. Wenn sich das Management gemeinsam mit der Bundespolitik für 100 Jahre Lufthansa feiert, dann werden wir genau dort sichtbar machen, unter welchen Bedingungen die Arbeitgeberseite funktioniert – und auf wessen Rücken aktuelle Entscheidungen ausgetragen werden, so Bürger.

Forderung nach sofortiger Beendigung

Gernandt schloss sein Schreiben mit der deutlichen Aufforderung, den Streik unverzüglich zu beenden. Die anhaltenden Arbeitsniederlegungen stellen nicht nur eine Belastung für das Unternehmen dar, sondern auch für die gesamte deutsche Wirtschaft und die Reisenden. Die Situation bei der Lufthansa bleibt somit angespannt, während die Gewerkschaften und das Management weiterhin auf Konfrontationskurs bleiben.

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