Handwerkskammer Prenzlau: So gelingt die Betriebsübergabe mit langfristiger Planung
Handwerkskammer Prenzlau: Tipps für erfolgreiche Betriebsübergabe

Handwerkskammer Prenzlau: Langfristige Planung für erfolgreiche Betriebsübergabe

Eine gelungene Nachfolgeregelung im Handwerk erfordert klare Strategien und frühzeitige Vorbereitung. In Prenzlau zeigte die Handwerkskammer (HWK) Region Ostbrandenburg kürzlich, wie Betriebsinhaber ihre Unternehmen übergabefähig machen können. Die Veranstaltung im Gebäude des Prenzlauer Sportvereins Uckermark an der Uckerpromenade war gut besucht, als Experten praxisnahe Ratschläge gaben.

Bis zu zehn Jahre Vorbereitungszeit notwendig

„Würden Sie Ihren eigenen Betrieb heute guten Gewissens übernehmen?“ Diese zentrale Frage leitete die Informationsveranstaltung ein und fasste sie am Ende zusammen. Christin Steinicke, Projektmanagerin für Unternehmensnachfolge bei der HWK, betonte: „Sie müssen heute noch nicht wissen, wer Ihren Betrieb übernimmt, aber Sie können heute beginnen, ihn übergabefähig zu machen.“

Die Experten verdeutlichten, dass die Vorbereitung auf eine Betriebsübergabe bis zu einem Jahrzehnt dauern kann. Peter Jahn, ein 55-jähriger Kfz-Meister, gehörte zu den jüngeren Teilnehmern und erklärte: „Bei mir ist die Nachfolgeregelung noch nicht so dringend, aber man möchte doch einen langfristigen Plan dazu entwickeln.“

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Strukturelle Faktoren und Förderprogramme

Das HWK-Team, bestehend aus Christin Steinicke, Virgina Hildebrandt für Weiterbildungsmöglichkeiten sowie den Betriebsberatern Jan-Philip Holl und Martin Stadie, stellte verschiedene Erfolgsfaktoren vor:

  • Gezielte Investitionen in moderne Ausstattung
  • Strukturelle Verbesserungen für bessere Übergabefähigkeit
  • Betrieblicher Selbstcheck zur realistischen Standortbestimmung
  • Nutzung von Förderprogrammen für Nachfolgeprozesse

Juliane Wendorf von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) ergänzte das Team und informierte über konkrete Fördermöglichkeiten. Diese können besonders bei kostspieligen Investitionen wie Maschinenerneuerungen entscheidend sein.

Praktisches Beispiel: Tischlerei in Fürstenwerder

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war der Erfahrungsbericht von Dirk Kammer, Inhaber einer Tischlerei in Fürstenwerder. Im Dialog mit Betriebsberater Jan-Philip Holl schilderte er seinen erfolgreichen Weg: „Unterm Strich sage ich: Man sollte es tun!“

Kammer hatte im November 2025 Beratungsbedarf für eine Förderung aus dem Just Transition Fund (JTF) Uckermark angemeldet und erhielt einen Zuwendungsbescheid über 70 Prozent der Investitionssumme. „Ich kann damit meinen Maschinenpark modernisieren und erweitern. Für die Antragstellung benötigte ich an einigen Stellen doch Hilfe, das funktionierte nicht selbsterklärend“, so der Tischlermeister.

Sein Plan für die nächsten sieben Jahre: „Ich plane, einen entsprechend qualifizierten parallel mitarbeiten zu lassen. Mein Ziel ist nicht der Verkauf, sondern die Verpachtung des Betriebs.“ Diese Strategie hatte er bereits zu Beginn seiner Selbstständigkeit erfolgreich bei einem Betrieb in Altentreptow angewendet.

Pachtmodell als attraktive Alternative

Kammer wies auf ein zentrales Problem vieler Nachfolgekandidaten hin: „Die Meisterschule zu machen, ist der leichtere Teil. Aber für eine Übernahme dann viel Geld in die Hand nehmen zu müssen, ist das größere Hindernis.“ Ein gut funktionierender, modern ausgestatteter Betrieb, der zur Pacht angeboten wird, biete daher eine deutlich bessere Startvoraussetzung für junge Handwerker.

Die Veranstaltung der Handwerkskammer machte deutlich: Eine erfolgreiche Betriebsübergabe erfordert nicht nur fachliches Können, sondern auch strategische Weitsicht und die Nutzung verfügbarer Unterstützungsangebote. Frühzeitige Planung und professionelle Beratung können dabei den entscheidenden Unterschied machen.

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