Berlin setzt auf Sicherheits- und Verteidigungsindustrie als Wachstumstreiber
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sieht für die Hauptstadt erhebliche wirtschaftliche Perspektiven im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Bei einem Pressegespräch betonte die SPD-Politikerin das enorme Potenzial dieses Sektors für die Berliner Wirtschaft. „Wir erkennen hier tatsächlich sehr großes Wachstumspotenzial“, erklärte Giffey mit Nachdruck.
Berlin als Technologiezentrum statt Rüstungsproduktion
Giffey präzisierte die Berliner Positionierung in diesem Feld: „Berlin wird niemals ein Standort für Rüstungsproduktion werden, aber unsere Stadt entwickelt sich zu einem wichtigen Zentrum für Technologien, die sowohl in der zivilen als auch in der militärischen Sicherheitswirtschaft eine zentrale Rolle spielen.“ Derzeit sind bereits 130 Unternehmen aus diesem spezifischen Bereich in Berlin ansässig. Zusätzlich arbeiten mehr als 400 Unternehmen an dual-use-Technologien, die sowohl für zivile als auch für verteidigungstechnische Anwendungen genutzt werden können.
Investitionsbank Berlin als wichtiger Förderpartner
Zur Stärkung dieser Branche setzen Giffey und der schwarz-rote Berliner Senat maßgeblich auf die Investitionsbank Berlin. Die IBB stellt jährlich dreistellige Millionenbeträge für die Wirtschaftsförderung bereit. Im zurückliegenden Jahr 2025 belief sich diese Förderung auf beachtliche 497 Millionen Euro – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, in dem 287 Millionen Euro bereitgestellt wurden. Parallel investierte die IBB 1,9 Milliarden Euro in die Immobilienförderung der Hauptstadt.
Hinrich Holm, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin, bilanzierte: „Die Bank hat ein sehr erfolgreiches Jahr absolviert, allerdings unter Rahmenbedingungen, die durchaus als herausfordernd charakterisiert werden können.“
Ambitionierte Wachstumsziele der IBB
Holm formulierte konkrete Zielvorgaben für die kommenden Jahre. In der Immobilienförderung strebt die Bank an, die Marke von 2 Milliarden Euro zeitnah zu übertreffen. Bis zum Jahr 2030 plant die IBB, ihre Bilanzsumme auf über 30 Milliarden Euro zu steigern. Der aktuelle Stand liegt bei 24,2 Milliarden Euro.
Der Vorstandsvorsitzende relativierte jedoch die Rolle der Verteidigungsbranche für dieses Wachstum: „Die Haupttreiber werden nicht die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sein, sondern die energetische Transformation und der Gebäudesektor. In den nächsten Jahren werden wir in Berlin kontinuierlich über dem Bundesdurchschnitt bauen, dessen bin ich mir sicher.“
Wirtschaftliche Perspektiven für Berlin
Wirtschaftssenatorin Giffey prognostiziert für das laufende Jahr 2026 ein Wirtschaftswachstum in Berlin von 1,8 Prozent. Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie soll dabei als ein wichtiger Impulsgeber fungieren, während die Investitionsbank Berlin durch ihre umfangreichen Förderprogramme die wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt weiter vorantreibt.



