Firmenpleiten steigen weiter: Gastgewerbe, Bau und Verkehr besonders betroffen
Firmenpleiten steigen weiter: Gastgewerbe und Bau betroffen

Firmenpleiten in Deutschland: Kein Ende der Insolvenzwelle in Sicht

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat zu Beginn des Jahres 2026 weiter zugenommen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Januar insgesamt 1.919 Firmenpleiten registriert. Dies entspricht einem Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit setzt sich der besorgniserregende Trend fort, der bereits in den vergangenen Jahren deutlich zu erkennen war.

Besonders betroffene Branchen im Fokus

Die Statistiker aus Wiesbaden weisen darauf hin, dass bestimmte Wirtschaftszweige besonders stark von der Insolvenzwelle betroffen sind. Im Gastgewerbe wurden im Januar 9,1 Fälle je 10.000 Unternehmen verzeichnet. Auch die Bereiche Verkehr und Lagerei sowie das Baugewerbe verzeichneten überdurchschnittlich viele Firmenpleiten. Diese Entwicklung verdeutlicht die anhaltenden strukturellen Herausforderungen in diesen Sektoren.

Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Insolvenzanträge unmittelbar in die amtliche Statistik einfließen. Der Zeitpunkt des Antrags liegt häufig fast drei Monate vor der offiziellen Erfassung, was eine genaue Einschätzung der aktuellen Situation erschwert.

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Experten erwarten weiter steigende Zahlen

Nachhaltige Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) analysiert monatlich die Entwicklung der Insolvenzen und verzeichnete im ersten Quartal 2026 mit 4.573 Fällen den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Zuletzt lagen die Zahlen im dritten Quartal 2005 höher.

Für das laufende Quartal sieht IWH-Forscher Steffen Müller wenig Raum für Optimismus. Er erklärt: „Es ist möglich, dass sich die sehr hohen Werte aus dem März wiederholen.“ Im März 2026 zählte das IWH 1.716 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland. Dies entspricht einem Anstieg von 71 Prozent im Vergleich zu einem durchschnittlichen März der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie.

Langfristiger Trend der Pleitewelle

Die aktuelle Entwicklung setzt einen besorgniserregenden Trend fort. In der Wirtschaftskrise 2025 rutschten laut amtlichen Zahlen so viele Unternehmen in Deutschland in die Pleite wie seit 2014 nicht mehr. Insgesamt wurden 24.064 Fälle registriert, was einem Anstieg von gut 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Bereits in den Jahren 2023 und 2024 hatte die Zahl der Firmenpleiten deutlich um jeweils mehr als 20 Prozent zugenommen. Diese kontinuierliche Steigerung unterstreicht die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen viele Unternehmen konfrontiert sind.

Die Kombination aus strukturellen Problemen in bestimmten Branchen, den Nachwirkungen der Pandemie und allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten führt dazu, dass Experten für die kommenden Monate keine signifikante Entspannung der Insolvenzsituation erwarten. Die Pleitewelle rollt weiter und stellt Unternehmen, Politik und Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen.

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