Firmenpleiten erreichen 20-Jahres-Hoch: Über 50.000 Jobs betroffen
Firmenpleiten auf 20-Jahres-Hoch - 50.000 Jobs betroffen

Firmenpleiten erreichen alarmierenden Höchststand seit zwei Jahrzehnten

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer kritischen Phase: Die Zahl der Firmeninsolvenzen hat im ersten Quartal 2026 den höchsten Stand seit mehr als zwanzig Jahren erreicht. Laut einer aktuellen Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden von Januar bis März insgesamt 4.573 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet.

Historischer Negativrekord übertrifft Finanzkrise

Die aktuellen Zahlen stellen einen historischen Negativrekord dar. "Das ist der höchste Stand seit dem dritten Quartal 2005, und somit liegen die Insolvenzzahlen auch höher als im Zuge der großen Finanzkrise 2009", erklären die Wirtschaftsforscher des IWH. Besonders alarmierend ist der Anstieg im März 2026, als mit 1.716 Pleiten ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vormonat verzeichnet wurde.

Über 54.000 Arbeitsplätze unmittelbar bedroht

Die humanitären und wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Insgesamt sind etwa 54.000 Arbeitsplätze von den Insolvenzen betroffen, darunter viele Industriejobs. Schließungen großer Arbeitgeber führen häufig zu erheblichen und dauerhaften Einkommens- und Lohnverlusten bei den betroffenen Beschäftigten. Allein in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen waren im März etwa 14.000 Arbeitsplätze gefährdet.

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Branchen und Regionen besonders betroffen

Eine detaillierte Analyse zeigt besondere Brennpunkte:

  • Im Baugewerbe, im Handel und in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wurden im März 2026 die höchsten jemals gemessenen Werte verzeichnet
  • Regionale Höchstwerte gab es in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Forscher sehen "wenig Raum für Optimismus"

Die Prognosen für die kommenden Monate sind düster. "Unsere Frühindikatoren lassen für das zweite Quartal 2026 wenig Raum für Optimismus", sagt Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. "Wir erwarten weiterhin sehr hohe Insolvenzzahlen. Es ist möglich, dass sich die sehr hohen Werte aus dem März wiederholen." Das IWH wertet für seine Analysen die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte aus und verknüpft sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen.

Methodik und Datenlage

Während das Statistische Bundesamt keine branchenspezifische Aufschlüsselung für insolvente Personen- und Kapitalgesellschaften veröffentlicht, erhebt das IWH entsprechende Daten seit Januar 2020 systematisch. Die Zahl der von Großinsolvenzen betroffenen Jobs liefert dabei eine gute Annäherung an die Gesamtzahl der von Pleiten betroffenen Arbeitsplätze.

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