Demmin: Milliarden-Investition in grünes Datencenter schafft bis zu 1250 Arbeitsplätze
Demmin: Milliarden-Investition in grünes Datencenter geplant

Demmin lockt mit grünem Strom: Milliardenprojekt für KI-Datencenter

Die Hansestadt Demmin steht vor einem bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Investoren aus der Bau- und Energiebranche haben Pläne für den Bau eines großen Datencenters am östlichen Stadtrand vorgestellt. Das Projekt wurde in einer gemeinsamen Sitzung des Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses der Demminer Stadtvertretung präsentiert.

Grüne Energie als Standortvorteil

Matthias Eichelbrönner, Geschäftsführer der Firma ClimateChange Energy aus Schönefeld bei Berlin, betonte bei der Vorstellung die entscheidende Rolle der Energieversorgung. „Die Verfügbarkeit von umweltfreundlich erzeugtem Strom ist das extrem wichtige Kriterium für solche Investitionen“, erklärte er. Demmin biete hier ideale Bedingungen durch die hohe Dichte an Wind- und Solarenergie in der Region.

Das geplante Datencenter soll mindestens 300 Megawatt Leistung haben und auf einem Gelände zwischen der B110 und dem Quitzerower Weg entstehen. Die Anbindung an das überregionale Höchstspannungsnetz erfolgt über das nahegelegene Umspannwerk Siedenbrünzow. Zusätzlich ist der Bau einer Großbatterie am Standort vorgesehen.

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Wirtschaftlicher Impuls für die Region

Das Investitionsvolumen wird auf mehr als eine Milliarde Euro beziffert. Bürgermeister Thomas Witkowski (CDU) sprach von einer Riesenchance für die Hansestadt und verwies auf die größte Zahl neu entstehender Arbeitsplätze seit den 1990er Jahren.

Im Datencenter selbst könnten etwa 250 direkte Arbeitsplätze entstehen. Durch indirekt verknüpfte Branchen wie Gebäudemanagement, Service und Belieferung rechnet Eichelbrönner mit weiteren rund 1000 Jobs in der näheren Umgebung. Die Betriebsgesellschaft des Centers soll ihren Sitz in Demmin haben, was signifikante Gewerbesteuereinnahmen verspricht.

Innovative Abwärmenutzung geplant

Ein besonderer Vorteil des Projekts liegt in der Nutzung der entstehenden Abwärme. Diese könnte für die Wärmeversorgung der gesamten Stadt sowie für weitere Gewerbeansiedlungen genutzt werden. Durch die Installation einer Wärmepumpe am Standort Saarstraße, wo die Stadtwerke Demmin bereits ein Blockheizkraftwerk betreiben, könnte die Abwärme ganzjährig eingebunden werden.

„Fossile Energieträger, die in Demmin jetzt noch zur Wärmeerzeugung notwendig sind, könnten komplett ersetzt werden“, erläuterte Eichelbrönner. Die Abwärme aus dem KI-Datencenter könnte beispielsweise für den Betrieb von Gewächshäusern oder Trocknungsanlagen genutzt werden, was zusätzliche Arbeitsplätze schaffen würde.

Planungsprozess und Zeitrahmen

Die Stadtvertreter zeigten sich erleichtert, dass keine Kosten auf die Stadt zukommen würden. „Das Risiko liegt bei den Investoren“, machte Eichelbrönner deutlich. Die Stadt müsse jedoch möglichst schnell die planerischen Voraussetzungen schaffen, insbesondere durch die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans.

Erst mit diesem kommunalen Bekenntnis könne man mit den Netzbetreibern 50Hertz und Edis über Stromabnahmeverträge verhandeln. Stadtpräsident Eckhardt Tabbert (UWG) zeigte sich überzeugt von dem Projekt: „Ich denke, wir sollten alles in die Wege leiten, damit das realisiert werden kann.“

Die Standortwahl fiel bewusst auf das Gebiet am östlichen Stadtrand, da dort die beste Anbindung an das Energienetz gewährleistet ist. Das alternative Gewerbegebiet Meyenkrebs steht nicht mehr zur Debatte, da dort bereits Verträge mit einem anderen großen Investor bestehen.

Ausblick auf die Inbetriebnahme

Bei einem reibungslosen Ablauf könnte der erste Bauabschnitt des Vorhabens im Jahr 2030 in Betrieb gehen. Das Grundstück gehört größtenteils der Stadt, zu einem kleineren Teil einer Privatperson, mit der bereits Gespräche geführt wurden. Bürgermeister Witkowski erwartet bei der Flächenbereitstellung keine Probleme.

Demmin denkt bereits weiter: Im geplanten Gewerbegebiet für das Datencenter könnten sich möglicherweise noch mehr Unternehmen ansiedeln, was die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region weiter verstärken würde.

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