14-jähriger Rostocker will IT-Firma gründen: KI-Box für datensichere Unternehmen
14-Jähriger will IT-Firma gründen: KI-Box für Firmen

14-jähriger Rostocker will IT-Firma gründen: KI-Box für datensichere Unternehmen

Ein Teenager aus Rostock hat große Pläne: Der 14-jährige Malte Schröder möchte eine eigene IT-Firma aufbauen, um Unternehmen eine datensichere Alternative zu externen IT-Dienstleistern zu bieten. Dafür muss der Schüler jedoch zunächst vor das Familiengericht, da er das gesetzlich vorgeschriebene Mindestalter für eine Gewerbegründung noch nicht erreicht hat.

Vom Computerspieler zum Programmier-Talent

Schon im Kindergartenalter begann Maltes Begeisterung für Technik, als er seinem älteren Bruder beim Computerspielen zusah. Zur Einschulung erhielt er seinen ersten Computer, doch das reine Spielen langweilte ihn schnell. „Ich habe dann einfach geschaut, was man damit noch so alles machen kann“, erinnert sich der Jugendliche.

Mit neun Jahren stand sein Berufswunsch fest: Programmierer werden. Unterstützt von seinem Vater, der im IT-Bereich bei der Bundeswehr arbeitet, brachte sich Malte verschiedene Programmiersprachen bei – zunächst durch Online-Kurse, später mithilfe Künstlicher Intelligenz.

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Bereits jetzt kann der 14-Jährige Erfolge vorweisen: Mit einer selbst entwickelten Nachrichten-App belegte er beim Regionalwettbewerb Jugend forscht Junior im Bereich Mathematik/Informatik den zweiten Platz. Sowohl Unternehmen als auch die Universität Rostock haben bereits Interesse an seinen Fähigkeiten gezeigt.

Die Vision: Eine datensichere KI-Box für Unternehmen

Maltes aktuelles Projekt ist ambitioniert: Er möchte eine kostengünstige, datensichere Box entwickeln, die Firmen eine Alternative zu externen IT-Dienstleistern bietet. „Firmen arbeiten momentan mit externen Technologien und Fremdanbietern, die ihre Daten auf externe Server verschieben, wo sie verarbeitet werden“, erklärt der angehende Jungunternehmer. „Das ist problematisch – sowohl für die Datensicherheit als auch für die Kosten.“

Seine Lösung: Eine kompakte Box, die ausschließlich im Firmennetzwerk läuft und drei wesentliche Funktionen vereint:

  • Eine lokale KI-Plattform mit zugangsbeschränktem Zugriff auf interne Daten
  • Eine Datenbank mit Lesezugriff für die KI
  • Einen Kommunikationsserver auf Basis des Matrix-Protokolls

Die Technologie basiert auf der RISC‑V-Architektur, die in Berkeley entwickelt wurde und lizenzfrei verfügbar ist. „Meine Box verbraucht wesentlich weniger Strom und ist trotzdem extrem leistungsfähig“, betont Malte. Die Software hat er bereits größtenteils programmiert – geplant ist ein vorkonfiguriertes System, das nach dem Anschließen sofort betriebsbereit ist.

Der Weg zur Firmengründung führt vor Gericht

Um sein Vorhaben umsetzen zu können, benötigt Malte die Zustimmung eines Familiengerichts. „Ich möchte sicherstellen, dass ich rechtlich abgesichert bin. Denn sobald ich mein Produkt mit Firmen teste, bin ich auf Verträge angewiesen, um sauber zu arbeiten“, begründet er seinen Schritt.

Seine Eltern unterstützen ihn voll und ganz: Seine Mutter ist selbstständig und kann bei rechtlichen Fragen helfen, sein Vater steht ihm inhaltlich zur Seite. Die Familie wird gemeinsam den Antrag beim Gericht stellen.

„Die Technologie entwickelt sich rasend schnell weiter“, sagt Malte. „Ich kann nicht warten, bis ich 18 bin, wenn ich Teil der Entwicklung sein möchte.“

Zwischen Schule und Unternehmertum

Trotz seiner ambitionierten Pläne bleibt Malte Schüler. Vom Informatik-Unterricht ist er freigestellt, um sich seiner Arbeit widmen zu können, doch an den anderen Fächern muss er teilnehmen. „Schulpflicht eben“, kommentiert er pragmatisch.

Seine Mutter betont: „Ich finde seine Begeisterung für Computer toll. Hauptsache, die Leistungen in der Schule leiden nicht darunter.“ Der 14-Jährige versichert, einen guten Notendurchschnitt zu haben und auf jeden Fall Abitur machen zu wollen.

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Nächste Schritte und Zukunftspläne

Das nächste Ziel ist der Bau eines Prototyps, für den Malte auf Unterstützung durch Sponsoren und Investoren hofft. Die Hardwarekosten schätzt er als überschaubar ein: „Die Chips beginnen bei wenigen Cent, ein Mainboard kostet rund 300 Euro, und die hochmodernen KI-Beschleunigerkarten, die ich nutzen möchte, liegen bei etwa 1.500 Euro pro Stück.“

Für etwa ein Jahr plant er die Entwicklung des Prototyps, den er anschließend gemeinsam mit Firmen testen möchte. Für sein Unternehmen hat er bereits einen Markennamen: „Radixura“ – abgeleitet von den lateinischen Begriffen für Wurzel und Zukunft.

„Ich will die Wurzeln der zukünftigen Technologie mitbegründen“, erklärt Malte. „Je jünger ich anfange, desto mehr Zeit habe ich, um Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen.“

Unterstützt wird er nicht nur von seiner Familie, sondern auch von Mentoren aus dem Schülerforschungslabor MikroMint. „Man darf heutzutage nicht nur zuschauen, wie sich die Technologie entwickelt“, sagt der 14-Jährige entschlossen. „Man muss Teil davon werden.“ Davon will er nun auch das Familiengericht überzeugen.