Portugal: Évora wird Kulturhauptstadt Europas 2027 – Historische Perle im Alentejo
Wer von Lissabon aus gut eineinhalb Stunden in östlicher Richtung fährt, gelangt in eine Stadt, die im Jahr 2027 im Mittelpunkt des europäischen Kulturgeschehens stehen wird: Évora wird zur Kulturhauptstadt Europas ernannt. Die charmante Kleinstadt in der Region Alentejo teilt sich diesen prestigeträchtigen Titel mit Liepāja in Lettland. Laut Angaben der Europäischen Kommission zählt dieses Projekt zu den ehrgeizigsten Kulturvorhaben des Kontinents. Für Portugal bedeutet dies bereits die vierte Auszeichnung dieser Art, nachdem zuvor bereits Lissabon, Porto und Guimarães diesen Ehrentitel tragen durften.
Was Évora als Kulturhauptstadt zu bieten hat
Évora gehört seit dem Jahr 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO. In der Stadt sind bis heute vierzehn Säulen des römischen Diana-Tempels aus dem ersten Jahrhundert nach Christus erhalten geblieben. Ebenfalls beeindruckend ist ein rund 2000 Jahre altes Aquädukt, das noch immer genutzt wird. In der malerischen Altstadt finden sich zudem Überreste römischer Wohnhäuser, Teile einer historischen Festung sowie Abschnitte der alten Stadtmauer. Die historischen Spuren sind hier besonders dicht gesät und für Besucher gut zugänglich.
Mittelalterliche und maurische Einflüsse prägen das Stadtbild
Rund 450 Jahre lang stand Évora unter maurischer Besatzung. Nach der Rückeroberung im zwölften Jahrhundert entstand eine neue Stadtmauer, die bis heute fast vollständig erhalten ist. Das Zentrum des heutigen städtischen Lebens bildet der Praça do Giraldo. Dieser Platz ist nach dem Ritter Geraldo Geraldes benannt und wird von charakteristischen Arkaden sowie einem eleganten Marmorbrunnen geprägt. Ebenfalls aus dem zwölften Jahrhundert stammt die imposante Kathedrale Sé, die auf den Fundamenten einer früheren Moschee errichtet wurde.
Alte Universität und besondere historische Orte
Ein weiterer bedeutender Aspekt ist die Universität von Évora. Gegründet wurde sie von den Jesuiten im sechzehnten Jahrhundert, bevor sie 1759 geschlossen wurde. Erst im Jahr 1973 nahm eine neue Hochschule auf dem historischen Campus den Betrieb wieder auf. Bis heute wirkt das Zentrum der Stadt nahezu unverändert und authentisch. Besonders eindrucksvoll ist die sogenannte „Kapelle der Knochen“, deren Wände mit menschlichen Gebeinen gestaltet sind. Gleichzeitig laden zahlreiche Plätze und gemütliche Cafés zum Verweilen und Entspannen ein.
Évora verbindet auf engstem Raum römische, maurische und mittelalterliche Geschichte – und wird im Jahr 2027 zusätzlich zur kulturellen Bühne Europas avancieren. Die Stadt bietet damit ein einzigartiges Zusammenspiel von historischem Erbe und lebendiger Gegenwartskultur.



