Urlaub trotz globaler Krisen: Reisebüros verzeichnen ungebrochene Nachfrage
Urlaub trotz Krisen: Reisebüros mit ungebrochener Nachfrage

Urlaub trotz globaler Krisen: Reisebüros verzeichnen ungebrochene Nachfrage

In einer Welt voller Konflikte und Unsicherheiten könnte man meinen, die Lust auf Fernreisen würde schwinden. Doch das Gegenteil ist der Fall, wie Karin Blohm, Inhaberin zweier Reisebüros in Sternberg und Crivitz, berichtet. „Im Großen und Ganzen sind unsere Kunden nach wie vor wild darauf, die Welt kennenzulernen“, sagt die Expertin mit über dreißig Jahren Branchenerfahrung.

Verunsicherung bei beliebten Zielen

Kriege im Nahen Osten, Unruhen in Kuba und Drohnenangriffe im Mittelmeer sorgen für Verunsicherung unter Urlaubern. Besonders betroffen sind beliebte Destinationen wie die Türkei und Griechenland, wo viele Reisende ihre Sicherheit infrage stellen. Karin Blohm erhält vermehrt Anfragen zur Sicherheitslage, obwohl es keine generellen Reisewarnungen gibt.

Ein konkretes Beispiel aus ihrer Praxis: Kunden, deren Hotel in Dubai nur 900 Meter von einem Raketeneinschlag entfernt lag. „Dass die Panik haben, ist klar“, so Blohm. Die Betroffenen ergriffen selbst die Initiative, mieteten bei Nacht einen Jeep, flohen ins Nachbarland und kehrten über die Türkei nach Deutschland zurück – eine Odyssee von über einer Woche.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Rekordumsätze trotz verhaltener Buchungen

Aktuelle Zahlen des Deutschen Reiseverbands (DRV) belegen die anhaltende Reiselust: Bundesbürger gaben im vergangenen Jahr 87,9 Milliarden Euro für vorab gebuchte mehrtägige Urlaube aus – ein neuer Rekord, der die Spitzenwerte von 2019 deutlich übertrifft. Beliebte Ziele bleiben Spanien und Skandinavien, während Kreuzfahrten, insbesondere Flusskreuzfahrten, weiterhin hoch im Kurs stehen.

Allerdings sind die Buchungen momentan verhalten. Einen dramatischen Einbruch aufgrund der Krisen kann Karin Blohm jedoch nicht feststellen. „Man muss den Kunden vermitteln, ruhig zu bleiben“, rät sie denen, die bereits Herbstreisen gebucht haben und nun verunsichert sind.

Preissteigerungen und die Suche nach Sicherheit

Reisen wird immer teurer. Selbst vermeintlich günstige Destinationen wie Polen, Kroatien und Bulgarien haben spürbar zugelegt. Bei Kreuzfahrten haben sich die Preise seit dem Ende der Corona-Pandemie teilweise verdoppelt oder verdreifacht. Besonders Skandinavien-Routen sind im Sommer gefragt.

Karin Blohm prognostiziert: „Vermeintlich sichere Zielgebiete werden das nutzen.“ In unsicheren Zeiten, in denen Menschen verstärkt nach sicheren Ländern suchen, dürften die Preise weiter steigen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Die Stärken stationärer Reisebüros

Während Online-Portale auf den ersten Blick günstiger erscheinen, bieten Reisebüros einen entscheidenden Vorteil: persönliche Betreuung. Cindy Dahnke, die im Sternberger Reisebüro von Karin Blohm die Kunden betreut, erklärt: „Wir haben fast immer das gleiche Angebot bekommen wie Online-Anbieter.“ Manchmal sei es schwierig, diese Angebote zu finden, aber das Team komme dahinter.

Stationäre Reisebüros leben von Prämien und können keinen Cashback wie Online-Portale gewähren. Dennoch müssen Buchungen vor Ort nicht viel teurer sein. Für einen möglichen kleinen Aufschlag erhalten Kunden einen Ansprechpartner von der Buchung bis zum Reiseende – ein Service, der besonders in Krisenzeiten wertvoll ist.

Ausblick in eine unberechenbare Welt

Die globale Lage bleibt unübersichtlich. Frühzeitige Stornierungen seien jedoch nicht zielführend, betont Karin Blohm. „Wer weiß schon, wie die Welt in einem halben Jahr aussieht“, fragt sie rhetorisch. Trotz aller Unsicherheiten bleibt die Sehnsucht nach Urlaub und neuen Erfahrungen ungebrochen – ein Phänomen, das Reisebüros auch in turbulenten Zeiten beschäftigt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration