Tui Cruises: Abgesagte Kreuzfahrten im Mittelmeer können doch starten
Nach wochenlanger Blockade im Persischen Golf haben die Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" die Region endlich verlassen können. Die Reederei Tui Cruises hat nun bekannt gegeben, dass zwei ursprünglich abgesagte Reisen der Schiffe im Mittelmeer doch wie geplant stattfinden werden. Dies betrifft wichtige Frühjahrsfahrten, die zahlreiche Passagiere gebucht hatten.
Konkrete Reisedaten und geplante Routen
Die betroffenen Kreuzfahrten umfassen:
- Die Reise der "Mein Schiff 4" mit Abfahrt am 17. Mai 2026 ab dem italienischen Hafen Triest
- Die Fahrt der "Mein Schiff 5" mit Start am 15. Mai 2026 ab Heraklion auf Kreta
Nach ihrer erfolgreichen Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus am vergangenen Samstag nehmen beide Schiffe nun Kurs auf Kapstadt. Von dort aus werden sie in ihren regulären Fahrplan zurückgeführt, wie Tui Cruises in einer offiziellen Mitteilung bestätigte.
Automatische Reaktivierung der Buchungen
Für die betroffenen Passagiere bedeutet diese Entwicklung eine erfreuliche Wendung. "Die Buchungen werden automatisch reaktiviert, sodass die gebuchten Reisen wie geplant stattfinden können", teilte das Unternehmen mit. Sowohl direkte Gäste als auch Reisebüropartner werden derzeit persönlich über die Änderungen informiert. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass alle Beteiligten rechtzeitig über den neuen Stand der Dinge Bescheid wissen.
Weitere Schiffe passieren die Meerenge
Nicht nur die Tui-Cruises-Schiffe konnten die Region verlassen. Auch die "MSC Euribia" der Schweizer Reederei MSC durchquerte die Meerenge erfolgreich. Für dieses Schiff bestätigte MSC, dass die geplante Kreuzfahrt nach Nordeuropa mit Abfahrt ab Kiel am 16. Mai 2026 wie vorgesehen durchgeführt wird. Passagiere, deren ursprüngliche Reisen abgesagt wurden, haben dabei eine besondere Option: Sie können ihre Buchung auf diese alternative Fahrt umbuchen, falls sie dies wünschen. Die Reederei kündigte an, betroffene Gäste direkt zu kontaktieren.
Hintergrund der wochenlangen Blockade
Die Schiffe waren aufgrund des Iran-Kriegs seit Ende Februar in der Region festgesessen. Die "MSC Euribia" lag in Dubai vor Anker, die "Mein Schiff 4" in Abu Dhabi und die "Mein Schiff 5" in Doha. Den Durchbruch schaffte als erstes Kreuzfahrtschiff seit Kriegsbeginn die "Celestial Discovery", die bereits am Freitag die Straße von Hormus passierte, wie der Schiffsdatendienst MarineTraffic meldete.
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Lage rund um die strategisch wichtige Meerenge weiterhin angespannt. Nach einer nur kurzzeitigen Öffnung hatte der Iran die Passage als Reaktion auf die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen durch die USA erneut gesperrt. Diese politisch-militärische Auseinandersetzung im Hintergrund zeigt, dass die Schifffahrt in der Region nach wie vor von Unsicherheiten geprägt bleibt.
Für die Kreuzfahrtindustrie und tausende gebuchte Passagiere bedeutet die aktuelle Entwicklung jedoch eine spürbare Entlastung. Die Reedereien arbeiten nun intensiv daran, die ausgefallenen und verschobenen Reisen möglichst reibungslos in ihre Fahrpläne zu integrieren und die Gästebetreuung entsprechend anzupassen.



