Teterow im Spannungsfeld zweier Tourismusregionen
In der malerischen Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns zeichnet sich eine interessante touristische Entwicklung ab. Während die etablierte Tourismusregion Mecklenburgische Schweiz bereits über die Einführung einer Kurabgabe diskutiert, formiert sich am Rande dieser Region eine neue touristische Zusammenarbeit mit dem Namen Mecklenburg-Mitte. Diese soll laut einem aktuellen Papier die Städte Güstrow, Bützow, Schwaan, Krakow am See und eben auch Teterow umfassen.
Bergringstadt mit doppelter Verpflichtung?
Die Stadt Teterow, traditionell der Mecklenburgischen Schweiz zugehörig, steht damit vor einer besonderen Situation. Als Mitglied der bestehenden Tourismusregion ist sie in die aktuellen Debatten um eine mögliche Kurabgabe eingebunden. Gleichzeitig wird sie als Teil der neu entstehenden Region Mecklenburg-Mitte genannt. Dies wirft die brisante Frage auf: Könnte Teterow künftig auf zwei touristischen Hochzeiten tanzen und sogar doppelte Kurabgaben erheben?
Klare Position der Teterower Tourismusverantwortlichen
Jana Koch, Leiterin der Teterower Touristinformation, stellt hierzu unmissverständlich klar: „Die Mitgliedschaft in einer weiteren Tourismusregion steht für die Stadt Teterow nicht zur Debatte und ist schon rein rechtlich ausgeschlossen.“ Das Hauptaugenmerk liege eindeutig vor der eigenen Haustür in der Mecklenburgischen Schweiz, zu der die Bergringstadt historisch und kulturell gehöre.
Allerdings betont Koch, dass eine Kooperation mit Nachbarstädten wie Güstrow, Schwaan, Bützow und Krakow am See bereits seit zwei Jahren praktiziert werde. Sogar gemeinsame Werbematerialien wie ein Flyer mit lohnenswerten Ausflugszielen seien bereits realisiert worden. „Als Touristiker schaut man eben immer über den eigenen Tellerrand hinaus“, erklärt die Tourismusexpertin und verweist auf weitere Kooperationen, etwa mit der Ostseeregion.
Kurabgabe: Abstimmung zwischen den Regionen notwendig
In Bezug auf die kontrovers diskutierte Kurabgabe stellt Koch klar, dass hier eine Verständigung zwischen den Nachbarregionen erforderlich sei. Es müsse geklärt werden, ob solche Abgaben im Sinne der Urlauber gegenseitig anerkannt werden könnten. Das Thema Kurabgabe in der Mecklenburgischen Schweiz soll demnächst auf der Tagesordnung verschiedener Ausschüsse in Teterow stehen.
Expansionsbestrebungen der Mecklenburgischen Schweiz
Parallel zu diesen Entwicklungen arbeitet die bestehende Tourismusregion Mecklenburgische Schweiz daran, weitere Orte in ihre Zusammenarbeit einzubinden. Manuela Rißer, Stadträtin aus Malchin, nannte als Beispiel die Gemeinde Kummerow. Der aktuelle Zusammenschluss umfasst bereits die vier Städte Malchin, Stavenhagen, Teterow und Neukalen sowie die Gemeinden Basedow und Ivenack.
Rißer betont die Vorteile eines gemeinsamen Auftretens: „Eine größere Sichtbarkeit für die gesamte Region ist nur durch koordinierte Maßnahmen möglich.“ Allerdings stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, wenn lediglich eine Gemeinde direkt am Kummerower See Tages- und Urlaubsgäste mit einer Kurabgabe belastet. Auch aus Dargun waren zuletzt Stimmen zu vernehmen, die eine stärkere Vernetzung mit der Tourismusregion anregen.
Touristische Vielfalt und Herausforderungen
Die Region um Teterow bietet mit Attraktionen wie dem Röthelberg nahe der Burg Schlitz und dem weiten Blick in die Mecklenburgische Schweiz herausragende touristische Potenziale. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, wie komplex die touristische Zusammenarbeit in einer Region mit mehreren Anziehungspunkten sein kann.
Während die Mecklenburgische Schweiz auf Konsolidierung und mögliche neue Einnahmequellen setzt, formiert sich mit Mecklenburg-Mitte eine weitere touristische Initiative. Teterow befindet sich dabei in einer Schlüsselposition – als traditioneller Teil der einen Region und als potenzieller Partner für die andere.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese dynamische Situation entwickelt und welche Lösungen für die Frage der Kurabgabe gefunden werden können, ohne die Attraktivität der Region für Urlauber zu beeinträchtigen.



