Templiner Kanal: Ufersanierung verzögert sich, Wassersportsaison startet planmäßig
Seit kurzem sind die Wasserbauer mit Schwimmbagger und viel Geschick wieder am Templiner Kanal unterwegs. Einen Fehltritt dürfen sich die beiden, die die Faschinen an den Pfählen unter Wasser befestigen, nicht leisten, wenn sie trockenen Fußes bleiben wollen. Die Sanierung des Templiner Kanalufers zieht sich in die Länge, doch die Bauarbeiten sollen die bevorstehende Sportboot-Saison nicht behindern.
Zwei Drittel der Strecke bereits geschafft
Im November 2024 war in Höhe der Ziegeleibrücke erstmals ein Arbeitszug von drei Lastkähnen stationiert worden. Von dieser Basis aus wurde mit den Instandsetzungsarbeiten in Richtung Stadtschleuse begonnen. Nach der Winterpause schallte dann ab März vorigen Jahres der Lärm von Rammstößen und polternder Steine durch die Niederung der Kanalsenke. Erst mit Beginn der Wassersportsaison zogen die Wasserbauer wieder ab. Insgesamt hatten sie im Vorjahr etwa zwei Drittel der 1500 Meter langen Strecke geschafft.
Dabei handelt es sich nach dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel (WSA) um übliche Unterhaltungsarbeiten, wie sie auch an anderen Bundeswasserstraßen, finanziert aus den laufenden Kosten, durchgeführt werden. Die allerdings waren am Templiner Kanal wegen der über sieben Jahre dauernden Schließung der Kannenburger Schleuse dringend geworden. Erst als der dortige Neubau vor zwei Jahren in Betrieb genommen wurde, stand der Weg für den Arbeitszug in Richtung Templiner Seenkreuz wieder offen.
Ursachen für die Verzögerung der Bauarbeiten
So konnte die zugewachsene Uferkante begradigt werden, wurden Meter um Meter die zu Faschinen gebündelten Holzstangen mit den uferstützenden Holzpfählen verbunden und mit einem vor Erosion schützenden Geotextilvlies versehen. Eine Schicht von etwa 20 mal 20 Zentimeter großen Schützsteinen sorgt obenauf für die Standfestigkeit des neuen Uferabschnitts. Ursachen für die Verzögerung der Arbeiten, die ursprünglich zum Jahresende 2025 abgeschlossen sein sollten, gebe es mehrere.
Dazu gehören nach den Worten von Regina Jeske in der Pressestelle nicht nur Werkstattaufenthalte der Technik sowie Personalmangel, sondern auch eine lange Frostperiode. Wegen solcher unvorhersehbarer Einflüsse könne ein genauer Fertigstellungstermin nicht genannt werden. Bei dieser sogenannten „fallweisen Unterhaltung“ würde zudem aufgrund der beengten Verhältnisse im Templiner Kanal außerhalb der Saison gearbeitet.
Sportbootsaison startet unabhängig vom Baufortschritt
„Die Baustelle wird von uns zum Beginn der Sportbootsaison für den Verkehr freigegeben. Dies erfolgt unabhängig vom Baufortschritt“, so Jeske. Mehrkosten entstünden dadurch nicht. Der Kirchturm im Hintergrund zeigt, dass sich die Wasserbauer bis etwa 400 Meter zur Stadtschleuse vorgearbeitet haben. Solange sie an der Uferbefestigung arbeiten, kommt kaum ein anderes Boot an ihnen vorbei.
Warnung vor mutwilliger Beschädigung der Uferbefestigung
Übrigens scheint es für manche Zeitgenossen von besonderem Reiz zu sein, nach dem Motto „Wer ist der Stärkste?“ die Schützsteine ins Wasser zu werfen. Solch mutwillige Beschädigung der Uferbefestigung ist strafbar, heißt es aus dem WSA. Darüber hinaus birgt das Gefahren, macht Regina Jeske aufmerksam. Bei einer Häufung der Steine am Grund können Untiefen entstehen, was für manche Wasserfahrzeuge problematisch ist.
Auch aus diesem Grund führt das WSA jährlich sogenannte Peilungen der Wassertrasse durch, bei der die Wassertiefe ermittelt wird. Die Stockenten haben sich inzwischen mit dem neuen Ufer arrangiert. Die sogenannten Schützsteine gehören zur Uferbefestigung. Sie mutwillig ins Wasser zu werfen, kann für Bootsführer Folgen haben und wird als Straftat verfolgt.
Sollten Untiefen festgestellt werden, wie sie etwa durch derartige Steinansammlungen entstehen können, müssen die Ursachen zügig beseitigt werden. In solchem Fall hätten die Templiner und Wassersportler erneut mit Arbeiten im Kanal zu rechnen. Nicht zu vergessen, dass damit zusätzlich Steuergelder verbraucht würden.



