Schaustellerbund warnt vor höheren Preisen auf Jahrmärkten
Der Deutsche Schaustellerbund (DSB) prognostiziert aufgrund der anhaltend hohen Energie- und Lebensmittelkosten spürbare Preiserhöhungen auf deutschen Jahrmärkten und Volksfesten. Die traditionelle Volksfestsaison beginnt vielerorts rund um Ostern, doch die wirtschaftliche Lage stellt viele Schaustellerbetriebe vor erhebliche Herausforderungen.
Energiekosten belasten mobile Betriebe besonders
„Wir beobachten noch keinen flächendeckenden Preisschub, aber eine wachsende Zahl von Betrieben wird gezwungen sein, ihre Preise an die aktuelle Entwicklung anzupassen“, erklärt Frank Hakelberg, Hauptgeschäftsführer des DSB. Die besondere Situation der Schausteller verschärft das Problem: Fahrgeschäfte, Buden und Wohnwagen werden bis zu 25 Mal im Jahr zwischen verschiedenen Spielorten transportiert, was die gestiegenen Energiekosten besonders spürbar macht.
Neben den Transportkosten bereiten auch die erhöhten Preise für Lebensmittel den Betreibern Sorgen. Diese müssen in der Regel an die Besucher weitergegeben werden, um die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu gewährleisten.
Enge Spielräume für Preisanpassungen
Frank Hakelberg betont jedoch, dass die Spielräume für Preiserhöhungen begrenzt sind. „Die Schausteller fühlen sich dem Ziel verpflichtet, Volksfeste und ihre Preise so zu gestalten, dass der Besuch für alle Menschen attraktiv und erschwinglich bleibt.“ Dieser Spagat zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und sozialer Verantwortung stellt viele Betriebe vor schwierige Entscheidungen.
Appell an die Politik zur Entlastung
Ähnlich positioniert sich Peer Hamberger, Vorsitzender des Schaustellerverbands Mecklenburg-Vorpommern. Er ruft die Politik deutlich auf, Maßnahmen zur Entlastung der Schausteller zu ergreifen, um Preiserhöhungen auf Volksfesten möglichst zu vermeiden. Nur durch gezielte Unterstützung könne die traditionelle Festkultur erhalten bleiben.
Hintergrund: Inflation durch internationale Konflikte
Die aktuelle Preisentwicklung steht im Zusammenhang mit internationalen Konflikten. Im März führte der Irankrieg zu einem deutlichen Anstieg der Inflation in Deutschland. Das Statistische Bundesamt meldete eine vorläufige Inflationsrate von 2,7 Prozent nach 1,9 Prozent im Februar – der höchste Wert seit Januar 2024, als die Rate bei 2,9 Prozent lag.
Diese gesamtwirtschaftliche Entwicklung trifft die mobile Schaustellerbranche besonders hart, da sie kaum Möglichkeiten hat, Kosten langfristig zu planen oder einzusparen. Die kommende Volksfestsaison wird zeigen, wie sich diese Herausforderungen auf das Erlebnis der traditionellen Jahrmärkte auswirken werden.



