Kanustation Kratzeburg: Wasserwandern boomt - Saisonstart immer früher
Kanustation Kratzeburg: Wasserwandern boomt - Saisonstart früher

Kanustation Kratzeburg: Wasserwandern boomt - Saisonstart immer früher

Die Kanustation Kratzeburg am Käbelicksee erlebt einen regelrechten Boom beim Wasserwandern. Die Saison beginnt immer früher, und 50 Prozent der Gäste reisen mit der Bahn an.

Familienbetrieb in dritter Generation

Ingo Hecht betreibt die Kanustation in zweiter Generation, während seine Tochter Julia bereits in die Fußstapfen der Familie getreten ist. „Meine Eltern haben die Station Anfang der 1990er Jahre aufgebaut, und ich bin 2006 eingestiegen“, erklärt Hecht. Julia, 25 Jahre alt, studierte zunächst Gesundheitswissenschaften, entschied sich dann aber für die Arbeit am Wasser. „Ich bin auf der Station groß geworden, aber viel lieber verleihe ich Kajaks oder Kanadier an Gäste“, sagt sie. Der Betrieb läuft von Anfang April bis weit in den Herbst hinein.

Vielfältige Dienstleistungen und beliebter Brötchen-Service

Der Job in der Kanustation ist weitaus vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint. Neben der Wartung der Boote und der Entgegennahme von Reservierungen telefonisch oder online bietet das Team Einweisungen für Gäste, geführte Touren und einen Fahrdienst an. Besonders geschätzt wird der Brötchen-Service: Urlauber aus der Umgebung können sich frühmorgens frische Schrippen abholen, und auch Übernachtungsgäste oder Wasserwanderer geben ihre Bestellungen auf.

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„In der vergangenen Saison hat es für eine Tagestour gereicht“, sagt Ingo Hecht, denn selbst aufs Wasser zu gehen, bleibt für die Crew kaum Zeit. Neben ihm und Julia arbeitet auch Tim Schneidewind, Julias Freund, auf der Station, der hauptsächlich für den Fahrdienst zuständig ist. Mit zwei Transportern und Trailern können Personen und Boote transportiert werden.

Beliebte Touren und früher Saisonstart

„Am beliebtesten sind Tagestouren oder Wochenendtrips. In fünf Tagen ist die Strecke bis zur Müritz zu schaffen, auch diese Tour wird gerne gebucht“, erklärt Ingo Hecht. Bei Schulklassen ist Wasserwandern besonders populär, und sie gehören zu den ersten Gästen in der Saison. „Ab April kommen Gruppen aus Berlin, sogar aus Bayern reisen Klassen an“, sagt er. Auf die Frage, was Wasserwandern so beliebt macht, hat Hecht eine klare Antwort: „Die Freiheit, sich treiben zu lassen.“

Früher galten Himmelfahrt und Pfingsten als Auftakt für die Wasserwandersaison, doch das hat sich in den vergangenen Jahren verändert. „Das hat sich sehr verändert“, betont Hecht. Die 144 Boote der Station sind normalerweise nur an diesen beiden Tagen ausgebucht, aber der Saisonstart rückt im Kalender immer weiter nach vorn.

Gute Bahnanbindung und Herausforderungen

Die gute Anbindung an den Zugverkehr trägt maßgeblich zur Beliebtheit der Station bei. „Die Einführung des Deutschlandtickets haben wir ganz deutlich zu spüren bekommen. Es kamen deutlich mehr Gäste. Mittlerweile reisen 50 Prozent unserer Kunden mit dem Zug an“, sagt der Stations-Chef. Allerdings gibt es auch Herausforderungen: Im vergangenen Jahr führten häufige Zugausfälle dazu, dass Schulklassen aus Bayern mit großer Verspätung in Neustrelitz strandeten. „Wir haben sie dort abgeholt“, erinnert sich Hecht, der früher als Fahrdienstleiter bei der Bahn arbeitete.

Wintervorbereitungen und neuer Imbiss-Pächter

Über den Winter hat das Team nicht nur Urlaub gemacht, sondern neue Wege auf dem Gelände angelegt, die Übernachtungsfässer überholt, Boote ausgebessert und neue geordert sowie Bestellungen entgegengenommen. „Es gibt immer was zu tun“, sagt Ingo Hecht. In der Saison wäre der Betrieb ohne Ferienjobber kaum zu schaffen. „Die Jobs sind bei Schülern beliebt. Ich hab’ das früher auch gemacht“, erklärt Tim Schneidewind.

In der Saison vor zwei Jahren wurde es fast zu viel, als die Station nebenher noch einen Imbiss betrieb. Seit der vorigen Saison hat Ali Al Abdullah als Pächter den Imbiss übernommen. Der Syrer bietet täglich Döner, Pommes und arabische Spezialitäten an. „Das war ein Glücksgriff für uns und unsere Gäste“, sagt Ingo Hecht, denn die Speisen erhalten viel Lob.

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