61 Schwarzbauten auf Sardinien: Deutscher Campingplatz beschlagnahmt - Besitzerin droht Haft
Deutscher Campingplatz auf Sardinien beschlagnahmt - 61 Schwarzbauten

Deutscher Campingplatz auf Sardinien: 61 illegale Gebäude beschlagnahmt

Der Traum vom eigenen Paradies in der Sonne ist für eine deutsche Besitzerin auf Sardinien jäh geplatzt. Italienische Behörden haben einen kompletten Campingplatz beschlagnahmt und abgeriegelt. Noch dramatischer: 61 festinstallierte Übernachtungsmöglichkeiten müssen nun abgerissen werden – für Urlauber und die deutsche Eigentümerin ein schwerer Schlag.

Illegale Bauten mitten im Naturschutzgebiet

Die Frau, die mittlerweile in der Gemeinde Muravera im Südosten der Insel lebt, hatte jahrelang Unterkünfte für Reisende direkt an der Küste angeboten. Doch die kleinen Häuschen auf dem Campingplatz „Torre Salinas“ waren offenbar ohne jegliche Genehmigung errichtet worden. Die Staatsanwaltschaft machte kurzen Prozess und ließ die gesamte Anlage sperren.

Das Kernproblem: Der etwa 200 Meter vom Strand entfernte Campingplatz befindet sich mitten in einem geschützten Naturschutzgebiet. Auf Buchungsseiten wurde zwar noch bis zuletzt mit „völliger Ruhe an unangetasteten Plätzen“ sowie „Quellen und Trinkbrunnen entlang der Wege“ geworben – doch diese Idylle war illegal geschaffen worden.

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Umweltpolizei entdeckt fest verankerte Strukturen

Die Umwelt- und Forstpolizei von Sardinien (CFVA) rückte am Montag auf dem Gelände an und dokumentierte die Verstöße. „Die Hütten waren fest im Boden verankert und an die Wasser-, Abwasser- und Stromversorgung angeschlossen“, erklärten die Beamten. Insgesamt 61 Bauten, darunter vier Holzkonstruktionen und zwei gemauerte Betriebsräume, wurden als Schwarzbauten identifiziert.

„Die Inspektionen ergaben eindeutig, dass die Gebäude im Landschaftsschutzgebiet ohne Genehmigung errichtet und für den Beherbergungsbetrieb genutzt wurden“, so die offizielle Stellungnahme der Polizei. Luftaufnahmen der Forstbehörde zeigen deutlich die zahlreichen festen Gebäude, die das sensible Ökosystem beeinträchtigten.

Abrissverfügung und drohende Haftstrafe

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft entschied ein Richter nun über die endgültige Schließung des Platzes. Die Gemeinde verfügte, dass alle 61 Gebäude abgerissen werden müssen. Die deutsche Eigentümerin habe zwar bereits mit den Abrissarbeiten begonnen, sei der behördlichen Verordnung bislang aber nur teilweise nachgekommen.

Trotz der begonnenen Rückbauarbeiten drohen der Frau nun ernste Konsequenzen: Bis zu vier Jahre Gefängnis stehen im Raum, sollte sie wegen des illegalen Baus und Betriebs verurteilt werden. Ein Fall, der zeigt, wie streng italienische Behörden bei Verstößen in Naturschutzgebieten durchgreifen – auch bei ausländischen Investoren.

Für die Besitzerin bedeutet dies nicht nur den Verlust ihrer touristischen Existenz auf Sardinien, sondern auch ein langwieriges juristisches Nachspiel. Der Campingplatz „Torre Salinas“ bleibt vorerst gesperrt, während die Abrissarbeiten unter behördlicher Aufsicht weitergehen müssen.

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