Deutsche Urlauber in Dubai festsitzen: Raketenalarm verwandelt Traumurlaub in Nervenkrimi
Deutsche in Dubai festsitzen: Raketenalarm stoppt Urlaub

Deutsche Urlauber in Dubai festsitzen: Raketenalarm verwandelt Traumurlaub in Nervenkrimi

Sonnenbaden, Strandspaziergänge und Luxusgenuss – diese Urlaubsträume sind für tausende deutsche Touristen in Dubai jäh zerplatzt. Stattdessen herrschen seit dem Wochenende Raketenalarm, geschlossener Luftraum und die Aufforderung, in Hotelzimmern zu bleiben. Was als unbeschwerte Reise begann, hat sich für viele Familien in einen gefährlichen Aufenthalt in einem Krisengebiet verwandelt.

Explosionen über dem Palmen-Paradies

Nach amerikanisch-israelischen Militärschlägen gegen den Iran startete Teheran in der Nacht zu Sonntag eine neue Angriffswelle. Ziele waren nicht nur US-Stützpunkte in der Region, sondern offenbar auch Städte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. In Dubai, Abu Dhabi und Doha wurden zahlreiche Explosionen gemeldet, die den Himmel über den Touristenzentren verdunkelten.

Für Urlauber wie Sven Berger (35) aus Recklinghausen, der mit Frau und fünfjährigem Sohn Mateo auf Dubai Islands weilt, wurde der Traumurlaub zum Albtraum. „Wir haben eine Warnmeldung aufs Handy bekommen, dass wir wegen des Raketenbeschusses Schutz in einem sicheren Gebäude suchen sollen“, berichtet er. Die Familie entschied sich, im Hotel zu bleiben, wo der kleine Mateo zeitweise auf einem Sofa in der Lobby schlief.

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Chaos am Flughafen und brennende Wahrzeichen

Besonders schockierend für viele Touristen: Am weltberühmten Hotel Burj Al Arab brach ein Feuer aus, nachdem Trümmerteile einer abgefangenen Drohne die Fassade trafen. Auch im Hafen Dschabal Ali entstanden Brände durch herabfallende Teile. Eine Halle am internationalen Flughafen Dubai wurde leicht beschädigt, und nach offiziellen Angaben wurden vier Menschen verletzt.

Am Flughafen von Abu Dhabi gab es Berichte über einen Toten und sieben Verletzte, obwohl eine entsprechende Mitteilung auf X später wieder gelöscht wurde. Der Dubai International Airport befindet sich seit Samstagnachmittag im Ausnahmezustand: Der Luftraum ist gesperrt, Fluggesellschaften haben den Verkehr weitgehend eingestellt, und tausende gestrandete Reisende harren in chaotischen Zuständen aus.

Deutsche Familien im Ausnahmezustand

Antonio Wehrmann (43) aus Hannover, der eigentlich seit 2016 in Katar lebt und dort für die Formel 1 arbeitet, war mit seiner Frau Kim (34), der einjährigen Tochter und seiner Schwiegermutter (61) nach Dubai geflohen. „Die Menschen hier haben Angst. Wir bekommen die Raketenangriffe mit, es gab auch Einschläge“, sagt er. Die Familie vermeidet es, das Apartment an der Dubai Mall zu verlassen, hält sich von Fenstern fern und lässt sich Lebensmittel liefern.

Viele Urlauber wollten nur noch eins: raus aus Dubai. Doch am Flughafen herrscht das blanke Chaos. Ein deutscher Tourist berichtet: „Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal.“ Trotz Warnungen über geschlossene Flughäfen fahren weiterhin Menschen dorthin – in der vergeblichen Hoffnung auf einen Flug.

Hintergrund der Eskalation

Der Konflikt eskalierte am Samstag, als Israel und die USA Angriffe auf den Iran starteten. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und mindestens sieben weitere Staaten – darunter Länder mit US-Militärstützpunkten wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Auch aus Doha, der Hauptstadt Katars, wurden Explosionen gemeldet.

Für die deutschen Urlauber bedeutet dies statt Strandspaziergängen und Schwimmen im Meer nun: in Hotels bleiben, Warnmeldungen verfolgen und hoffen, dass der Himmel über Dubai bald wieder ruhig wird. Das Hotelpersonal gibt sich zwar betont entspannt, um den Touristen keine Angst zu machen, doch die Nervosität ist spürbar. Für viele Familien wird der Aufenthalt im einstigen Palmen-Paradies zu einer Prüfung der Nerven.

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