Dertour-Chef Christoph Debus stellt klar: Fischer Air hat keine rechtliche Grundlage
Dertour-Chef: Fischer Air hat keine Chance

Dertour-Chef Christoph Debus nimmt Stellung zu Fischer Air-Plänen

Nach monatelanger Ruhe um die geplante Fluggesellschaft Fischer Air meldet sich nun Dertour-CEO Christoph Debus (55) zu Wort. Wie BILD berichtete, plant der deutsch-tschechische Reiseunternehmer Václav Fischer (71) eine neue Ferienfluggesellschaft mit Sitz in Kassel. Allerdings stehen diesem Vorhaben erhebliche Hindernisse im Weg.

Rechtliche Lage eindeutig: Markenrechte bei DER Touristik

Im exklusiven BILD-Interview erklärt Christoph Debus die Position seines Unternehmens: „Wettbewerb ist immer gut. Gerade auch im Flugbereich. Insofern begrüße ich Wettbewerb grundsätzlich.“ Doch fügt er entschieden hinzu: „Die rechtliche Lage in diesem Fall ist für uns aber eindeutig. Wir haben das Unternehmen Fischer inklusive der Markenrechte 2020 erworben. Wir haben bereits Gerichtsverfahren wegen Markenrechtsverletzung gewonnen. Deshalb ist der Fall für uns glasklar.“

Debus stellt unmissverständlich klar: „Er wird keine Chance haben.“ Diese knallharte Ansage unterstreicht die entschlossene Haltung des zweitgrößten europäischen Reiseveranstalters.

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Markenregister bestätigt Rechte bei DER Touristik

BILD überprüfte die Aktenlage und fand Bestätigung: Beim Deutschen Patent- und Markenamt sowie beim europäischen Markenamt EUIPO sind die Rechte an Fischer Air auf die tschechische Tochterfirma von DER Touristik eingetragen. Diese Rechte gelten ausdrücklich für Flugreisen und bieten dem Unternehmen einen soliden rechtlichen Schutz.

Flughäfen zeigen sich skeptisch

Am Flughafen Friedrichshafen, wo Fischer ursprünglich Starts und Landungen angekündigt hatte, rechnet man nicht mehr mit einem Betriebsstart. Detlef Schäfer-Carroll, Geschäftsführer des Flughafens Friedrichshafen, berichtet: „Wir haben von Fischer Air und Herrn Vaclav Fischer nichts mehr gehört. Der Briefkasten von Fischer Air wurde entfernt, da die Miete dafür nicht gezahlt wurde. Wir planen aktuell nicht mit einem Start dieser Flüge.“

Auch die Onlinepräsenz der umstrittenen Airline ist nicht mehr erreichbar, und am Flughafen Kassel-Calden herrscht Funkstille. Ein Sprecher des hessischen Finanzministeriums erklärt: „Es gibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine belastbaren Grundlagen für Flüge von Fischer Air. Die Geschäftsführung hat berichtet, dass es aktuell keinen Austausch mit Fischer Air gibt.“

Der Aufsichtsrat des mehrheitlich dem Land Hessen gehörenden Flughafens Kassel hat die Geschäftsführung angewiesen, nur Flugverbindungen aufzunehmen, für die es belastbare Grundlagen gibt. Dies dürfte das endgültige Aus für Fischer Air in Hessen bedeuten.

Zusammenfassung der Faktenlage

  • Dertour-CEO Christoph Debus bestätigt im BILD-Interview, dass die Markenrechte an Fischer Air bei DER Touristik liegen
  • Das Unternehmen hat bereits erfolgreich Gerichtsverfahren wegen Markenrechtsverletzung geführt
  • Die tschechische Tochterfirma von DER Touristik ist im Markenregister als Rechteinhaberin eingetragen
  • Flughäfen in Friedrichshafen und Kassel planen nicht mit einem Start von Fischer Air
  • Die Onlinepräsenz der Airline ist nicht mehr erreichbar, und der Firmenbriefkasten in Friedrichshafen wurde aufgelöst

Die Situation zeigt deutlich, dass trotz anfänglicher Ankündigungen die rechtlichen und praktischen Hürden für eine Realisierung von Fischer Air erheblich sind.

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