Burgwallinsel in Teterow: Neustart mit Hindernissen
Für die Einwohner von Teterow markiert der 1. Mai 2026 einen bedeutenden Wendepunkt. Während bundesweit der Feiertag begangen wird, bedeutet dieses Datum für die Bergringstadt vor allem eines: die lang ersehnte Wiedereröffnung der Burgwallinsel. Nach einem gesamten Jahr der Unzugänglichkeit soll das idyllische Eiland im Teterower See endlich wieder für Besucher geöffnet werden.
Verkehrsanbindung steht, Gastronomie fehlt
Bürgermeister Andreas Lange, der sein Amt parteilos ausübt, hat den Stadtvertretern die positiven Neuigkeiten überbracht. Ab dem besagten Termin wird die Burgwall-Fähre wieder regelmäßig zwischen dem Festland und der Insel pendeln. Zusätzlich soll das Fahrgastschiff Regulus seinen Betrieb aufnehmen und regelmäßige Fahrten über den See anbieten, wobei es auch am Burgwall anlegen wird. Diese Wiederbelebung des touristischen Verkehrs weckt Hoffnungen auf eine erfolgreiche Sommersaison.
Doch während die Anbindung gesichert scheint, gibt es erhebliche Lücken bei der Versorgung der Gäste. Das traditionsreiche Restaurant Wendenkrug wird auch in dieser Saison seine Pforten geschlossen halten. Grund hierfür sind notwendige Investitionen und die noch ausstehende Suche nach einem neuen Pächter. Stattdessen plant die Stadt, die Besucher über einen einfachen Kiosk zu versorgen. Allerdings gestaltet sich die Suche nach einem Betreiber für diesen Verkaufsstand äußerst schwierig.
Gastronomen zeigen Desinteresse
Nach Informationen des Nordkurier haben Mitarbeiter der Stadtwerke und des Bauamts in den vergangenen Wochen zahlreiche Teterower Gastronomen persönlich kontaktiert, um sie für den Betrieb des Inselkiosks zu gewinnen. Das Ergebnis war ernüchternd: Alle angesprochenen Gastwirte lehnten eine Beteiligung ab. Durchweg bestand bei ihnen kein Interesse daran, sich geschäftlich auf der Burgwallinsel zu engagieren. Diese Ablehnung wirft Fragen nach der Attraktivität des Standorts und den wirtschaftlichen Perspektiven auf.
Kritik an verzögerter Ausschreibung
Stadtvertreter Thomas Gütschow von der Wählergruppe Die Teterower übt scharfe Kritik am Zeitmanagement der Stadtverwaltung. Warum die Ausschreibung für den Kioskbetrieb erst Anfang April veröffentlicht wird, also nur wenige Wochen vor der geplanten Öffnung, ist für ihn unverständlich. Gütschow betont, dass der Bedarf an einem Betreiber seit langem bekannt sei und die Notwendigkeit einer Ausschreibung frühzeitig feststand. Seiner Ansicht nach wurde wertvolle Zeit verschenkt und die gesamte Planung nun in letzter Minute und unter großem Zeitdruck umgesetzt.
Einziger Interessent aus Neukalen
Immerhin gibt es einen Lichtblick: Ein Gastronom aus der nahegelegenen Gemeinde Neukalen hat nach Nordkurier-Informationen sein Interesse am Betrieb des Kiosks bekundet. Der potenzielle Betreiber hat sich bereits vor Ort umgesehen und mit Vertretern der Stadtverwaltung sowie der Stadtwerke die Gegebenheiten besprochen. Ob er den Zuschlag erhält, wird sich jedoch erst kurz vor Saisonbeginn entscheiden. Damit bleibt die Versorgungssituation für die Besucher der Burgwallinsel bis auf weiteres ungewiss.
Die Wiedereröffnung der Burgwallinsel stellt somit einen ambivalenten Neuanfang dar. Während die verkehrstechnische Erschließung gesichert ist, bleiben Fragen zur gastronomischen Versorgung und zur langfristigen Attraktivität des touristischen Angebots offen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Stadtverwaltung diese Herausforderungen meistern kann und die Burgwallinsel zu einem lebendigen Ausflugsziel entwickelt.



