Firmenpleiten auf höchstem Stand seit 2013 – Creditreform
Firmenpleiten auf höchstem Stand seit 2013

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist 2024 auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Das geht aus aktuellen Daten der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Demnach meldeten die deutschen Amtsgerichte im vergangenen Jahr insgesamt 22.400 Firmenpleiten – ein Anstieg um 24,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Anstieg um fast ein Viertel

„Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen hat sich deutlich verschlechtert“, sagte Creditreform-Vorstand Bernd Bütow. Besonders betroffen seien kleine und mittlere Unternehmen, die unter gestiegenen Energiekosten, hohen Zinsen und einer schwachen Nachfrage litten. Der Anstieg der Insolvenzen beschleunigte sich im Jahresverlauf: Im vierten Quartal 2024 lag die Zahl der Pleiten sogar 35 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Branchen im Fokus

Besonders stark betroffen war das Baugewerbe mit einem Anstieg der Insolvenzen um 28 Prozent. Auch der Einzelhandel verzeichnete einen Zuwachs von 22 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl der Pleiten um 18 Prozent. „Die strukturellen Probleme in diesen Branchen werden durch die konjunkturelle Schwäche noch verstärkt“, erklärte Bütow.

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Gläubigerverluste steigen

Die voraussichtlichen Forderungsausfälle für Gläubiger beliefen sich 2024 auf rund 31 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Creditreform schätzt, dass rund 280.000 Arbeitsplätze von den Insolvenzen betroffen waren. „Die hohen Verluste zeigen, dass die Insolvenzverfahren oft nicht mehr zur Rettung der Unternehmen führen“, so Bütow.

Ursachen und Ausblick

Als Hauptgründe für den Anstieg nennt Creditreform die nach wie vor hohen Energiepreise, die restriktive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die schwache Inlandsnachfrage. Hinzu kommen Lieferkettenprobleme und geopolitische Unsicherheiten. Für 2025 erwartet Creditreform einen weiteren Anstieg der Insolvenzen, allerdings mit abgeschwächter Dynamik. „Die wirtschaftliche Erholung wird sich nur langsam einstellen“, prognostizierte Bütow.

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