Ostdeutsche Metallindustrie: Standortbedingungen laut Verband besser als im Westen
Ostdeutsche Metallindustrie: Standort besser als Westen

Ostdeutsche Metallindustrie: Standortvorteile gegenüber Westen laut Verband erhalten

Die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland befindet sich in einer angespannten Phase, insbesondere aufgrund der Schwierigkeiten zahlreicher Automobilzulieferer. Dennoch weist Ostdeutschland nach Ansicht des Thüringer Arbeitgeberverbandes weiterhin deutliche Standortvorteile im Vergleich zu den westdeutschen Bundesländern auf. Matthias Kreft, Geschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie, betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt: „Unsere Kostenstruktur ist wettbewerbsfähiger als die im Westen.“

Konkrete Vorteile in Arbeitszeiten und Kosten

Kreft nannte als wesentlichen Faktor die Arbeitszeiten in der Branche. In den ostdeutschen Bundesländern liegen diese in der Regel bei 38 Stunden pro Woche, während in Westdeutschland oft nur 35 Stunden vereinbart sind. Dieser Unterschied trägt maßgeblich zu den günstigeren Standortbedingungen bei. Allerdings räumte der Verbandsgeschäftsführer ein, dass auch in Ostdeutschland, insbesondere in Thüringen, erhebliche Probleme bei Automobilzulieferern bestehen. Diese äußern sich teilweise in Standortverkleinerungen oder sogar Schließungen.

„Aber der Rückbau ist gedämpfter als in den alten Bundesländern“, so Kreft. Er hofft, dass sich die vorteilhaften Standortbedingungen bald in verstärkten Investitionen der Unternehmen niederschlagen. Aktuell wird jedoch aufgrund der allgemeinen Konjunkturschwäche und des tiefgreifenden Strukturwandels in der Automobilindustrie zu wenig investiert.

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Forderungen nach politischen Reformen

Die Arbeitgeber setzen große Erwartungen in die angekündigten Reformen der Bundesregierung. Aus Sicht der Unternehmen fehlt es an einer klaren wirtschaftspolitischen Linie, insbesondere an einem konsistenten energiepolitischen Konzept. Kreft erklärte: „Potenzielle Investoren brauchen endlich wieder eine verlässliche Kalkulationsgrundlage.“ Der Verband drängt darauf, dass die Bundesregierung entsprechende Reformen im Zeitfenster bis zum Sommer beschließt, um Planungssicherheit zu gewährleisten.

Wirtschaftliche Entwicklung in Thüringen und Ostdeutschland

Thüringens Wirtschaft zeigte im vergangenen Jahr eine relative Stabilität. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent, während der bundesweite Anstieg lediglich 0,2 Prozent betrug. Allerdings wurde diese Entwicklung vorwiegend durch öffentliche Aufträge getrieben, was die Abhängigkeit von staatlichen Impulsen unterstreicht.

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) prognostiziert für das laufende Jahr in Ostdeutschland ein geringfügig höheres Wirtschaftswachstum als im Bundesschnitt. Die Erwartungen liegen bei 0,7 Prozent für die ostdeutschen Bundesländer, verglichen mit 0,6 Prozent für Gesamtdeutschland. Diese positive Tendenz könnte die Standortvorteile weiter untermauern und langfristig zu einer Belebung der Investitionstätigkeit führen.

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