IG Metall fordert Local-Content-Regeln zur Stärkung der heimischen Industrie
IG Metall: Local-Content-Regeln für deutsche Industrie

IG Metall setzt auf neue Regeln zur Stärkung der deutschen Industrie

In der Metallbranche herrscht derzeit eine gedrückte Stimmung, da zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen. Die IG Metall in den Regionen Berlin, Brandenburg und Sachsen fordert daher entschlossene Maßnahmen, um wichtige Industriezweige im eigenen Land zu halten. Bezirksleiter Jan Otto betont: „Mit einer klugen Industriepolitik und gezielten Zukunftsinvestitionen der Unternehmen ist es möglich, den gefährlichen Abwärtstrend in der Industrie zu stoppen und umzudrehen.“ Die Gewerkschaft sieht dringenden Handlungsbedarf, um die heimische Wirtschaft zu stabilisieren.

Local-Content-Regeln als zentrales Instrument

Ein Kernpunkt der Forderungen sind sogenannte Local-Content-Regeln für Investitionen und Auftragsvergaben. Unter Local Content versteht man den Anteil der Wertschöpfung, der innerhalb einer Region erbracht wird und nicht importiert werden muss. Dies könnte bedeuten, dass Unternehmen, die staatliche Förderungen erhalten oder öffentliche Aufträge bekommen, verpflichtet werden, zumindest teilweise in Deutschland zu produzieren. Jan Otto kritisiert: „Es ist unverständlich, dass wir das woanders machen“, und nennt dabei explizit die Batterie- und Chipherstellung als Beispiele. Diese Regeln werden vor dem Hintergrund der zunehmenden Konkurrenz aus China und der protektionistischen Zollpolitik der USA diskutiert.

In einem „Masterplan“ zur Arbeitsplatzsicherung argumentiert die IG Metall, dass Local-Content-Kriterien sicherstellen würden, dass große öffentliche finanzielle Anstrengungen wieder in den deutschen Wirtschaftskreislauf fließen, anstatt in andere Weltregionen abzuwandern. Otto fügt hinzu: „Wir können dafür sorgen, dass wir bei Schlüsseltechnologien sagen, wir machen sie hier.“ Zudem müssten die Bundesländer ausreichend Flächen für neue Ansiedlungen bereitstellen, um die industrielle Basis zu stärken.

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Herausforderungen und positive Entwicklungen

Die Situation in der deutschen Industrie ist angespannt: Große Unternehmen aus der Automobil-, Elektro- und Stahlbranche bauen derzeit Tausende von Stellen ab. Besonders im Bereich der Batteriefertigung gelten Europa und Deutschland als abgeschlagen, was die Dringlichkeit der Forderungen unterstreicht. Allerdings gibt es auch Lichtblicke: Laut IG Metall sind die Auftragsbücher in der Luftfahrtindustrie voll, was zu einem Beschäftigungsaufbau führt. Beispielsweise expandiert der Triebwerkshersteller Rolls Royce im brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow, und der Flughafen BER entfaltet langsam eine positive Sogwirkung auf die Region.

Für das Mercedes-Werk in Ludwigsfelde, wo Transporter des Modells Sprinter produziert werden, zeigt sich Otto zuversichtlich: „Wir sind optimistisch, dass wir eine gute Zukunft hinbekommen.“ Im vergangenen Jahr hatte die Gewerkschaft noch vor dem Werkstor protestiert, da es Sorgen um die Perspektiven des Standorts gab. Das Unternehmen betont jedoch, dass es keine Schließungspläne gibt. Diese gemischte Bilanz verdeutlicht die Notwendigkeit einer gezielten Industriepolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig zu sichern.

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