Rostock führt Immobilien-Ranking an: DDR-Erbe sorgt für geringen Sanierungsstau
Rostock führt Immobilien-Ranking dank DDR-Erbe an

Rostock übertrifft alle: DDR-Erbe sorgt für Spitzenplatz im Immobilien-Ranking

In einem aktuellen Immobilien-Ranking hat Rostock den Rest von Deutschland deutlich hinter sich gelassen. Eine Untersuchung des Portals Immowelt offenbart, dass die Hansestadt mit Abstand den geringsten Sanierungsbedarf bei Wohngebäuden aufweist. Während in vielen Regionen Deutschlands ein massiver Sanierungsstau herrscht, präsentiert sich der Osten überraschend gut – ein Erbe der DDR-Zeit.

Deutschlandweite Probleme: Jedes dritte Haus ist sanierungsbedürftig

Laut der Immowelt-Studie verfügt ein gutes Drittel (36 Prozent) der im Jahr 2025 inserierten Häuser und Wohnungen lediglich über die niedrigsten drei Energieeffizienzklassen F bis H. Besonders betroffen sind Einfamilienhäuser, bei denen sogar 52 Prozent eine Energiebilanz von F oder schlechter aufweisen. Bei Eigentumswohnungen liegt der Anteil dagegen nur bei 13 Prozent.

Die Unterschiede innerhalb Deutschlands sind enorm: In strukturschwachen, ländlichen Regionen ist der Sanierungsstau tendenziell höher. Dies liegt auch daran, dass in ländlichen Gebieten das Einfamilienhaus die vorwiegende Wohnform ist, die prinzipiell eine schlechtere Energiebilanz aufweist als Reihen- oder Mehrfamilienhäuser in dichter besiedelten Gebieten.

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Extrembeispiele im Westen: Bis zu 90 Prozent Sanierungsbedarf

Der Landkreis St. Wendel im Saarland führt mit einer Quote von 73 Prozent die Negativliste an. In Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz liegt der Anteil von Immobilien mit den Energieeffizienzklassen F bis H sogar bei erschreckenden 90 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Probleme in einigen westdeutschen Regionen.

Ostdeutschland glänzt: DDR-Erbe und Modernisierungswelle wirken nach

In Ostdeutschland präsentiert sich die Situation deutlich besser. Der Gebäudebestand sei „überraschend gut“, so die Studie. Dies erklärt sich aus dem historischen Erbe der DDR, die in Städten im großen Stil auf große Mehrparteienhäuser mit Fernwärme und zentralen Heizwerken setzte. Der Anteil an Haushalten mit Fernwärmeanschluss ist in ostdeutschen Bundesländern daher sehr viel höher als im Bundesschnitt.

Hinzu kommt: Nach der Wiedervereinigung wurde insbesondere in ostdeutschen Städten massiv modernisiert. Fassaden, Dächer und Heizungen wurden vielerorts erneuert. Diese Sanierungswelle wirkt bis heute positiv nach und sorgt für eine überdurchschnittlich gute Energiebilanz der Immobilien.

Rostock an der Spitze: Nur ein Prozent in schlechtesten Kategorien

Am besten steht in dieser Hinsicht Rostock da. Laut Immowelt ist lediglich ein Prozent der inserierten Immobilien den schlechtesten Kategorien F, G oder H zuzuordnen – bundesweit einsame Spitze. Auch andere ostdeutsche Städte schneiden hervorragend ab: In Schwerin (5,9 Prozent in F bis H), Dresden (9,1 Prozent), Potsdam (9,2 Prozent) und Leipzig (9,8 Prozent) liegt der Anteil an Wohnimmobilien mit sehr schlechter Energiebilanz ebenfalls im einstelligen Prozentbereich.

Osten schlägt Westen: Deutliche regionale Unterschiede

Allgemein sei der Osten der Republik tendenziell besser aufgestellt als der Westen. Weite Teile der östlichen Bundesländer sind auf der Sanierungsstau-Karte von Immowelt in Grün oder sogar Dunkelgrün gefärbt und weisen Sanierungsquoten von unter 20 Prozent auf. In Hessen, Rheinland-Pfalz und in Teilen Bayerns gibt es dagegen größere Gebiete, die über mehrere Landkreise hinweg rot eingefärbt sind. Der Anteil der drei schlechtesten Energieeffizienzklassen liegt hier bei jeweils über 56 Prozent.

Die Studie zeigt deutlich: Während der Westen mit massivem Sanierungsstau kämpft, profitiert der Osten von seinem DDR-Erbe und den umfangreichen Modernisierungen nach der Wiedervereinigung. Rostock steht dabei als positives Beispiel an der Spitze und demonstriert, wie historische Entscheidungen und gezielte Investitionen langfristig positive Effekte für die Energieeffizienz von Immobilien haben können.

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