Immobilienkredite verzeichnen starkes Wachstum trotz geopolitischer Belastungen
Die deutschen Banken haben im vergangenen Jahr einen bemerkenswerten Aufschwung bei der Vergabe von Immobilienkrediten verzeichnet. Nach Angaben des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) stieg das Volumen der neu ausgereichten Darlehen im Jahr 2025 um satte 15,7 Prozent auf insgesamt 148,6 Milliarden Euro. Dieser Anstieg markiert eine deutliche Erholung des Immobilienfinanzierungsmarktes, der von den wichtigsten Immobilienfinanzierern des Landes getragen wird.
Wohnimmobilien als Haupttreiber des Kreditwachstums
Das Wachstum wurde maßgeblich durch eine robuste Nachfrage nach Wohnimmobilien angetrieben. In diesem Segment expandierte das Geschäft um beachtliche 17,5 Prozent auf 92,6 Milliarden Euro. Besonders stark entwickelten sich dabei Kredite für Mehrfamilienhäuser, die einen Zuwachs von 27,4 Prozent verzeichneten. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser legten mit 16,3 Prozent zu, während Eigentumswohnungen ein Plus von 15,6 Prozent erreichten.
Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp, kommentierte: „Die Pfandbriefbanken blicken in Anbetracht der wirtschaftlichen und geopolitischen Umstände auf ein zufriedenstellendes Immobilienkreditgeschäft im Jahr 2025.“ Diese positive Entwicklung erstreckte sich auch auf Gewerbeimmobilien, die nach einer durch den Homeoffice-Trend ausgelösten Krise eine Erholung erfuhren. Das Neugeschäft in diesem Bereich stieg von niedrigem Niveau um 12,9 Prozent auf 56 Milliarden Euro.
Iran-Krieg treibt Bauzinsen in die Höhe
Trotz des erfreulichen Kreditwachstums sehen sich Hausbauer und Wohnungskäufer mit einer erheblichen Belastung konfrontiert. Der anhaltende Iran-Krieg hat zu gestiegenen Öl- und Gaspreisen geführt, was wiederum Inflationserwartungen anheizt. Infolgedessen wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Laufe des Jahres erhöhen wird. Diese Entwicklung hat bereits zu einem spürbaren Anstieg der Kapitalmarktzinsen geführt.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, die als Referenz für Bauzinsen dienen, erreichte zuletzt den höchsten Stand seit dem Jahr 2011. Der Kreditvermittler Interyhp verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Bauzinsen auf durchschnittlich fast 3,8 Prozent für zehnjährige Darlehen. Für Verbraucher, die eine Finanzierung mit geringem Eigenkapital planen, müssen sich sogar auf Zinssätze von mehr als 4 Prozent einstellen.
Diese Entwicklung stellt für viele Haushalte eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Da Immobilienkredite oft Beträge in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro umfassen, wirken sich bereits kleine Zinsbewegungen erheblich auf die monatlichen Raten und die Gesamtkosten der Finanzierung aus. Die steigenden Zinsen könnten somit die gerade einsetzende Erholung am Immobilienmarkt wieder abwürgen und die Planungssicherheit für potenzielle Bauherren und Käufer beeinträchtigen.



