Kaufland startet SB-Kassen-Offensive: 8000 neue Automaten gegen Warteschlangen
Kaufland baut 8000 SB-Kassen aus gegen Warteschlangen

Kaufland startet SB-Kassen-Offensive: 8000 neue Automaten gegen Warteschlangen

Genervte Kunden, lange Schlangen und Stress an der Kasse gehören in vielen Supermärkten zum Alltag. Besonders nach Feierabend oder am Samstagmittag stauen sich die Einkaufswagen bis in die Gänge. Während einige Händler wieder verstärkt auf klassische Kassen setzen, um den Frust der Kunden zu dämpfen, geht Kaufland jetzt in die Offensive – mit einem massiven Ausbau von Selbstbedienungskassen.

Massiver Ausbau geplant

Der Konzern plant einen umfangreichen Ausbau von Automaten und digitalen Scan-Systemen. Nach aktuellen Informationen sollen künftig bundesweit alle 780 Filialen mit SB-Kassen und dem Einkaufs-Tool „K-Scan“ ausgestattet werden. Insgesamt ist der Einsatz von mehr als 8000 Geräten vorgesehen. Kaufland will im Durchschnitt jede Woche etwa vier Filialen mit der neuen Technik ausstatten.

Seit der ersten Selbstbedienungskasse im Jahr 2015 ist die Zahl bereits stark gestiegen – aktuell stehen rund 2000 Automaten in etwa 300 Märkten. Nach Angaben des Unternehmens nutzt dort inzwischen etwa jeder dritte bis vierte Kunde die SB-Kassen, besonders bei kleineren Einkäufen.

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Einkaufen ohne Schlange – oder mehr Arbeit für Kunden?

Mit „K-Scan“ will Kaufland den Einkauf zusätzlich beschleunigen. Kunden scannen ihre Waren direkt während des Einkaufs per Handscanner oder Smartphone. An der Kasse müssen sie nur noch einen QR-Code vorzeigen und bezahlen. Branchenkenner sehen hinter dem Ausbau jedoch nicht nur den Versuch, Warteschlangen zu verkürzen – sondern auch eine klare Umsatzstrategie.

Wer seine Einkäufe selbst scannt und die Ware direkt in den Wagen legt, achtet oft weniger auf den Preis. Der Fokus liegt auf dem schnellen Abscannen, nicht auf dem Nachrechnen. Schon heute treiben viele Supermärkte genau aus diesem Grund den Ausbau von Selbstbedienungssystemen voran. Bundesweit sind im deutschen Einzelhandel bereits rund 39.000 Selbstbedienungskassen im Einsatz – bei insgesamt rund 710.000 Kassen.

Kritik und Herausforderungen

Die Technik hat auch Kritiker. Verbraucherschützer warnen davor, dass Kunden immer mehr Aufgaben selbst übernehmen müssen und vor möglichen Nachteilen für Barzahler. Besonders dort, wo SB-Kassen nur Karten akzeptieren. Händler wiederum berichten von mehr Diebstählen und Fehlscans. Daher setzen viele Märkte verstärkt auf Kameras, Kontrollwaagen und digitale Sicherheitslösungen.

Klassische Kassen bleiben erhalten

Der großangelegte Umbau gilt als eines der wichtigsten Modernisierungsprojekte in der Geschichte von Kaufland und auch als Reaktion auf den wachsenden Personalmangel im Handel. Das Unternehmen betont, dass klassische Kassen weiterhin bestehen bleiben sollen. Kunden könnten frei wählen, wie sie bezahlen möchten. Auch Bargeld soll an SB-Kassen möglich bleiben.

Laut einer Studie der EHI Retail sollen Selbstbedienungssysteme in den kommenden Jahren zum Standard im deutschen Lebensmittelhandel werden. Die Entwicklung zeigt deutlich, wie der Einzelhandel auf veränderte Kundenbedürfnisse und strukturelle Herausforderungen reagiert.

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