Expressversand als Betrugsmasche: Amazon-Kunden zahlen bis zu 2000 Euro für nichts
Auf Amazons Marketplace breitet sich eine neue und besonders dreiste Betrugsmasche aus. Kunden werden mit angeblich extrem schnellen Lieferzeiten gelockt, nur um dann im Warenkorb mit horrenden Versandkosten konfrontiert zu werden – teilweise in vierstelliger Höhe. Eine tatsächliche Expresszustellung ist dabei in den meisten Fällen praktisch ausgeschlossen.
Die Masche im Detail: Lockvogel-Angebote mit unrealistischen Versprechen
Bereits Ende 2025 fielen erste verdächtige Angebote auf Amazon Marketplace auf. Drittanbieter versprachen damals noch kurz vor Weihnachten eine Lieferung bis Heiligabend. Im Warenkobot änderte sich das Lieferdatum jedoch plötzlich nach hinten. Wer dennoch auf eine Zustellung „am nächsten Tag“ bestand, musste eine alternative Versandoption wählen – und das zu absurden Kosten von mehreren Hundert Euro, selbst bei Artikeln mit einem Kaufpreis unter zehn Euro.
Da der Versand häufig aus China erfolgen sollte, war eine echte Expresslieferung von vornherein unrealistisch. Dennoch zahlten ahnungslose Kunden die überhöhten Gebühren.
Aktuelle Ausbreitung: Händler nutzen Notlagen skrupellos aus
Laut aktuellen Recherchen des Fachportals Golem häufen sich solche betrügerischen Angebote im Online-Handel erneut. Die Händler nutzen gezielt aktuelle Notlagen und Engpässe aus. So sind derzeit Produkte wie Streusalz oder Schuh-Spikes stark nachgefragt und mitunter schwer erhältlich.
Auf Amazon werden diese Artikel als verfügbar gelistet, doch die Händler verlangen für einen angeblichen Expressversand bis zu 2000 Euro. Amazon erklärte auf Nachfrage, dass überhöhte Versandkosten nicht erlaubt seien und betrügerische Händler gesperrt werden könnten. Nach Hinweisen wurden einige Angebote bereits entfernt, andere blieben jedoch weiter online – trotz zahlreicher Beschwerden von Kunden.
Teuer bezahlt und trotzdem leer ausgegangen
Selbst wer die exorbitanten Gebühren zahlt, erhält die Ware in der Regel nicht schneller. In Tests von Golem trafen Bestellungen mit angeblicher Lieferung am nächsten Tag auch nach zehn Tagen noch nicht ein. Ähnliche Erfahrungsberichte finden sich in vielen negativen Händlerbewertungen auf der Plattform. Der Verdacht auf eine systematische Betrugsmasche liegt damit mehr als nahe.
So schützen Sie sich vor den Betrügern
Verbraucher sollten Marketplace-Angebote besonders genau prüfen. Entscheidend ist ein kritischer Blick auf die Versandkosten direkt im Warenkorb, bevor der Kauf abgeschlossen wird. Wer mit unrealistisch schneller Lieferung gelockt wird und dabei extreme Zusatzkosten entdeckt, sollte unbedingt vom Kauf Abstand nehmen.
Seriöse Händler verlangen keine vierstelligen Beträge für den Versand, unabhängig von der gewünschten Liefergeschwindigkeit. Bei Verdacht auf Betrug sollten Kunden das Angebot umgehend bei Amazon melden und von einer Zahlung absehen.



