Riester-Renten-Frust: Leser der BILD empört über mickrige Auszahlungen
Riester-Renten-Frust: BILD-Leser empört über Auszahlungen

Riester-Renten-Frust: Leser der BILD empört über mickrige Auszahlungen

Diese BILD-Leser sind zutiefst enttäuscht wegen extrem niedriger Auszahlungen aus ihren Riester-Verträgen. Die staatlich geförderte Riester-Rente sollte eigentlich die gesetzliche Altersvorsorge stärken und absichern, doch der Vertragsabschluss erweist sich für viele Versicherte aus heutiger Sicht als schwerwiegender Fehler. Sie sind frustriert von den minimalen Renditen und fühlen sich getäuscht. Die Zahl der Betroffenen bleibt enorm hoch: Ende des Jahres 2024 gab es immer noch rund 14,9 Millionen aktive Riester-Verträge in Deutschland. Jetzt sprechen drei besonders enttäuschte Riester-Versicherte im Detail über ihre negativen Erfahrungen. BILD erläutert zudem, welche Lösung Experten aktuell als die beste empfehlen.

Busfahrer Tilo Simon: „Einfach nur ärgerlich“

Tilo Simon (64), Busfahrer aus Heidenau bei Dresden in Sachsen, berichtet voller Enttäuschung: „Ich ließ mich im Jahr 2001 überreden, einen Riester-Vertrag abzuschließen. Ich war damals schon geschieden und zunächst hieß es, ich bekäme für meine zwei Kinder staatliche Zulagen, dann wurden sie mir aber wieder gestrichen, obwohl meine Ex-Frau gar keinen eigenen Riester-Vertrag besaß.“ Simon ließ sich einmalig 6000 Euro auszahlen, was etwa 30 Prozent seiner angesparten Gesamtsumme entspricht. „Jetzt bekomme ich jährlich nur noch etwa 766 Euro ausgezahlt, und davon gehen knapp 200 Euro direkt an den Fiskus für Steuern. Das ist einfach nur ärgerlich und hat sich für mich überhaupt nicht gelohnt.“

Veterinäringenieurin Andrea Seidlitz: Der Staat holt sich alles zurück

Veterinäringenieurin Andrea Seidlitz (67) aus Potsdam in Brandenburg schloss ihren Riestervertrag Anfang 2005 ab. Ihr monatlicher Beitrag betrug 175 Euro, wobei sie sowohl die Kinderzulage als auch die Grundzulage voll ausschöpfte. Im Jahr 2022 ging sie mit 64 Jahren in Rente. Seitdem erhält sie eine monatliche Zahlung von lediglich 189,55 Euro. Der Stand ihres Altersvorsorgevermögens belief sich 2024 auf insgesamt 43.556 Euro, davon waren 3841,32 Euro gutgeschriebene staatliche Zulagen. Sie müsste also etwa 20 Jahre leben, um dieses Kapital vollständig auszuschöpfen. Andrea Seidlitz kritisiert: „Ich muss die Riester-Rente am Jahresende zusammen mit meiner regulären Altersrente versteuern, dann bleibt davon kaum etwas übrig. Hier holt sich der Staat die gezahlten Zulagen praktisch zurück, man bekommt also nichts geschenkt. Der Staat holt sich letztendlich alles zurück, was die Rendite noch weiter schmälert.“

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Rentnerin Heike Bock: Die monatlichen Zahlungen sind ein Lacher

Rentnerin Heike Bock (64) von der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern schloss ihren Riester-Vertrag bereits im Jahr 2002 ab. Der Grund: Als alleinerziehende Mutter war ihr bewusst, dass sie im Alter nur eine kleine gesetzliche Altersrente erhalten würde, und sie wollte für diesen Fall einen kleinen finanziellen Zuschuss sicherstellen. Anfangs konnte sie nur 30 Euro im Jahr einzahlen, später wurde sie aufgefordert, den Beitrag auf 220 Euro zu erhöhen. Nach fast 24 Jahren Laufzeit endet der Vertrag nun zum 1. Juni dieses Jahres. Angespart hat sie in knapp 24 Jahren lediglich rund 11.000 Euro, was einer monatlichen Auszahlung von etwa 52 Euro entspricht.

Heike Bock sagt heute zu BILD: „Die monatlichen Zahlungen sind ein absoluter Lacher, was bekommt man heutzutage für etwa 50 Euro? Die Renditen sind viel zu gering, aber leider habe ich das damals so nicht erkennen können. Mein Versicherungsvertreter hat mich nicht umfassend und transparent über die Nachteile und realen Erträge aufgeklärt.“

Expertenrat: Bloß nicht kündigen, sondern ruhend stellen

Finanzexperten raten dringend zur Vorsicht im Umgang mit Riester-Verträgen. Auf gar keinen Fall sollte man die Riester-Rente voreilig kündigen, da dies zu weiteren Verlusten führen kann. Stattdessen empfehlen Fachleute, den Vertrag lieber ruhend zu stellen: Wer seine Riester-Rente beitragsfrei stellt, zahlt vorerst keine weiteren Beiträge mehr ein, aber das bisher angesparte Kapital bleibt erhalten und kann weiterhin verzinst werden. Diese Option bewahrt zumindest das bereits Investierte und vermeidet zusätzliche Kosten durch eine vorzeitige Auflösung.

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