Walter Riester kritisiert neue Altersvorsorge: Freiwilligkeit nicht konsequent genug
Riester kritisiert neue Altersvorsorge als zu lasch

Walter Riester übt scharfe Kritik an neuer Altersvorsorge

Die Riester-Rente, einst ein Meilenstein der privaten Altersabsicherung, steht seit Jahren in der Kritik. Nun plant die schwarz-rote Bundesregierung, dieses Modell abzulösen. Doch der Namensgeber selbst, der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester, zeigt sich von den neuen Plänen wenig überzeugt. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung kritisierte der 82-Jährige die vorgesehene Freiwilligkeit der neuen Altersvorsorge als nicht konsequent genug.

Forderung nach verpflichtender Einzahlung

Riester argumentiert, dass eine obligatorische private Altersvorsorge notwendig sei, um die Vertriebskosten zu senken und Altersarmut wirksam zu verhindern. "Ohne privates Sparen droht einigen die Altersarmut, da die gesetzliche Rente nicht ausreicht", warnte der frühere Gewerkschaftsfunktionär. Er betonte, dass das Sparen für das Alter oft mit aktuellen Konsumwünschen konkurriere, was eine freiwillige Lösung untergrabe.

Diese Kritik teilen auch die Grünen, die einen staatlichen Vorsorgefonds vorschlagen, in den alle Bürger automatisch einzahlen, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Riester bemängelt zudem den Verzicht auf eine verpflichtende Beitragsgarantie in der neuen Regelung. Bei der Riester-Rente ist festgelegt, dass 100 Prozent der eingezahlten Beiträge garantiert ausgezahlt werden müssen, was jedoch oft zu niedrigen Renditen führt.

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Rückgang der privaten Vorsorgeverträge

Seit 2018 ist die Gesamtzahl der privaten Altersvorsorgeverträge rückläufig, ein Trend, der auf die Komplexität und unattraktiven Konditionen zurückgeführt wird. Das Finanzministerium konstatiert, dass die steuerlich geförderte private Altersvorsorge aktuell zu kompliziert und zu wenig genutzt werde. Die Reform ziele daher darauf ab, sie deutlich einfacher, günstiger und flexibler zu gestalten.

Walter Riester, der als Arbeitsminister in den Jahren 2001/2002 das nach ihm benannte System entwickelte, bleibt skeptisch. Er fordert eine grundlegendere Überarbeitung, um die Altersvorsorge in Deutschland zukunftssicher zu machen. Die Debatte um die Ablösung der Riester-Rente zeigt, wie tief die Unsicherheiten in der Bevölkerung verankert sind und wie dringend eine nachhaltige Lösung benötigt wird.

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