Promi-Chirurg rechnet mit deutschen Spritpreisen ab
Während der Ölpreis weltweit sinkt, bleiben die Kraftstoffkosten an deutschen Tankstellen weiterhin hoch. Der bekannte Schönheitschirurg Prof. Werner Mang nutzt derzeit einen Aufenthalt auf Mallorca, um diesen Unterschied deutlich zu machen und die deutsche Politik scharf zu kritisieren.
Günstiger Urlaubssprit auf Mallorca
Prof. Mang, der sich gerade auf seiner Finca auf der spanischen Insel aufhält, hat unserer Redaktion Fotos von einer Tankstelle in Palma de Mallorca zugesendet. Diese zeigen Benzinpreise von nur 1,65 Euro pro Liter – ein Preis, der in Deutschland derzeit undenkbar erscheint. Zum Vergleich: Diesel kostet auf Mallorca 2,03 Euro, während der Durchschnittspreis in Deutschland bei satten 2,39 Euro liegt.
„Ich bin erstaunt über den Benzinpreis hier“, erklärt Mang. „Aber ich muss auch den Kopf schütteln und sagen: In Deutschland kassiert der unfähige Staat einfach nur ab!“ Seine deutlichen Worte fallen in eine Zeit, in der viele Autofahrer über die hohen Kraftstoffkosten klagen.
Staatliche Mehreinnahmen durch hohe Preise
Mangs Kritik wird durch eine aktuelle Analyse des Wirtschaftsinstituts RWI aus Essen untermauert. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung soll der deutsche Staat im März aufgrund der gestiegenen Spritpreise fast 500 Millionen Euro zusätzlich über die Mehrwertsteuer eingenommen haben.
Besonders beim Diesel zeigen die Zahlen ein drastisches Bild: Der Preis stieg im März von 1,73 auf 2,29 Euro pro Liter – ein Plus von 32,4 Prozent. Dadurch erhöhte sich die Mehrwertsteuer von 27,6 auf 36,6 Cent je Liter, also um 9 Cent. Über Ostern erreichte der Dieselpreis sogar Rekordwerte von 2,45 Euro und mehr, was zusätzliche Steuereinnahmen von 12 Cent pro Liter bedeutete.
Der RWI-Ökonom Prof. Manuel Frondel, der diese Berechnungen durchführte, fordert Konsequenzen: Mittelfristig sollte die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe gänzlich entfallen. Der Staat dürfe nicht an steigenden Spritpreisen mitverdienen.
Offizielle Dementi und langsame Preissenkungen
Das Bundesfinanzministerium widerspricht diesen Berechnungen jedoch. Man gehe nicht von steigenden Einnahmen aus, weil die Tankbereitschaft der Autofahrer insgesamt abnehmen würde. Doch unabhängig von dieser Diskussion bleibt die Realität an den Tankstellen: Die Preise fallen nur langsam, obwohl der Ölpreis deutlich gesunken ist.
Experten sprechen vom sogenannten Rakete-und-Feder-Effekt – einem schnellen, starken Preisanstieg folgt ein nur langsamer Rückgang. Auch der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, fordert mehr Tempo: „Sinkende Rohölpreise sind ein klares Signal – und sie sollten sich auch zeitnah an der Zapfsäule widerspiegeln.“
Mundt betont jedoch die Grenzen seiner Behörde: „Unsere Aufgabe ist es, zu prüfen, ob Regeln verletzt werden, und dann konsequent einzugreifen.“ Das gehe nicht in wenigen Tagen, weil man belastbare Belege brauche.
ADAC erhöht den Druck
Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) macht ebenfalls Druck und fordert angesichts des stark gesunkenen Ölpreises einen deutlicheren Rückgang der Kraftstoffpreise. „Bei andauernd niedrigeren Ölpreisen muss sich dieser Preisrückgang fortsetzen“, so die klare Forderung des Automobilclubs.
Während Prof. Werner Mang also auf Mallorca preiswerten Sprit tankt und die deutschen Verhältnisse kritisiert, bleibt für die Autofahrer in der Heimat die Frage, wann die erhoffte Entlastung endlich an den Tankstellen ankommt. Die Diskussion um Steuern, staatliche Einnahmen und faire Preise wird mit Sicherheit weitergehen.



