Iran-Krieg treibt Inflationsängste: Jeder Achte kämpft mit knappen Finanzen
Iran-Krieg schürt Inflationsangst: Jeder Achte kämpft finanziell

Iran-Krieg befeuert Inflationssorgen in Deutschland

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten lösen in Deutschland erhebliche wirtschaftliche Befürchtungen aus. Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Postbank offenbart, dass neun von zehn Bundesbürgern mit steigenden Lebenshaltungskosten in den kommenden Monaten rechnen. Besonders alarmierend: Knapp ein Drittel der Befragten, genau 32,2 Prozent, erwartet sogar deutlich höhere Preissteigerungen.

Traumatische Erinnerungen an die Ukraine-Krise

Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, erklärt die verbreitete Besorgnis: „Viele Menschen erinnern sich noch lebhaft daran, wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 die Preise in die Höhe trieb. Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten demonstrieren erneut, dass geopolitische Konflikte das Potenzial besitzen, die Inflation über steigende Energiepreise anzuheizen.“ Diese Einschätzung teilen zahlreiche Volkswirte, die für die nächsten Monate eine deutlich höhere Teuerungsrate prognostizieren, deren Ausmaß maßgeblich von der Dauer des Iran-Krieges abhängen wird.

Preisexplosion bei Energie und Lebensmitteln

Der Konflikt hat bereits spürbare Auswirkungen: Die Preise für Öl und Gas sind merklich gestiegen, was Autofahrer an den Tankstellen unmittelbar zu spüren bekommen. Diese Entwicklung droht, die kurzzeitige Entspannung bei der Inflation zunichte zu machen. Im Februar war die Inflationsrate in Deutschland zwar auf 1,9 Prozent gesunken und damit erstmals wieder unter die Zwei-Prozent-Marke gerutscht. Eine erste Schätzung für März wird das Statistische Bundesamt an diesem Montag, dem 30. März, veröffentlichen und könnte bereits wieder einen Anstieg zeigen.

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Finanzielle Not bei vielen Haushalten

Die Umfragedaten zeichnen ein besorgniserregendes Bild der aktuellen finanziellen Lage vieler Bürger. Bereits jetzt gibt jeder achte Befragte (12,8 Prozent) an, kaum noch die laufenden Kosten für das tägliche Leben aufbringen zu können. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2.500 Euro ist die Situation noch dramatischer: Hier sagt fast jeder vierte Befragte (23,5 Prozent), dass das Geld knapp ist.

Die Hauptbelastung für die meisten Menschen stellen dabei die Lebensmittelpreise dar. Ganze 69,4 Prozent der Umfrageteilnehmer nennen Preissteigerungen in diesem Bereich als ihre aktuell größte finanzielle Belastung. Weitere signifikante Kostenblöcke sind Energie (48,7 Prozent) und Mobilität (45,6 Prozent), die ebenfalls häufig zu den drei größten finanziellen Belastungen gezählt werden.

Langfristige Folgen der vorherigen Inflationsphase

Deutsche-Bank-Experte Stephan weist auf die anhaltenden Auswirkungen der vergangenen Inflationsjahre hin: „Dass inzwischen mehr als jeder Zweite seine finanzielle Situation schlechter bewertet als vor einem Jahr und viele kaum mit Entlastung rechnen, ist auch eine direkte Folge der Inflationsphase von 2022. Das Preisniveau stieg damals drastisch an und ist für viele Verbraucher bis heute im Alltag deutlich spürbar. Neue Krisen wie der Iran-Konflikt verstärken diese negative Wahrnehmung zusätzlich und schüren die Ängste vor einer erneuten Preisspirale.“

Der historische Vergleich unterstreicht diese Sorge: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der im Februar 2022 begann, hatte Energie- und Lebensmittelpreise sprunghaft ansteigen lassen. Die Teuerungsrate in Deutschland kletterte im Gesamtjahr 2022 auf durchschnittlich 6,9 Prozent, 2023 betrug sie immer noch 5,9 Prozent. Viele dieser Preiserhöhungen erwiesen sich als dauerhaft und belasten die Haushaltskassen kontinuierlich.

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